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26.04.2011

02:49 Uhr

Gedenken beginnt

25 Jahre Atomkatastrophe Tschernobyl

In Kiew ist am Dienstag mit 25 Glockenschlägen an das Reaktorunglück von Tschernobyl vor genau 25 Jahren erinnert worden. Mehrere hundert Ukrainer nahmen an einem Gottesdienst teil.

Der Reaktor Nummer Vier des Kernkraftwerkes in Tschernobyl in der Ukraine, der am 26. April 1986 explodiert war. Quelle: dapd

Der Reaktor Nummer Vier des Kernkraftwerkes in Tschernobyl in der Ukraine, der am 26. April 1986 explodiert war.

Kiew/Moskau25 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl haben in der Ukraine in der Nacht die Gedenkfeiern an die Tausenden Opfer des Super-GAUs begonnen.

Der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kirill, schlug um 1.23 Uhr Ortszeit (0.23 Uhr MESZ) die Tschernobyl-Glocke. Sie läutet traditionell das Erinnern am Jahrestag des Unglücks ein.

Auch unter dem Eindruck des Reaktorunglücks im japanischen Fukushima wird weltweit der Atomkatastrophe gedacht. Die Umweltorganisation Greenpeace bestrahlte den Reaktor 4, der am 26. April 1986 bei einer Notfallübung explodiert war, mit einer Lichtprojektion. Auch ein Totenkopf sowie Anti-Atomkraft-Slogans in Japanisch, Deutsch und Russisch waren zu sehen. „Wir sind den Opfern von Tschernobyl gegenüber zum Atomausstieg verpflichtet“, sagte der deutsche Greenpeace-Aktivist Tobias Münchmeyer in der kühlen und klaren Nacht am Kraftwerk.

In Russland zündete die Umweltorganisation Bellona in St. Petersburg fliegende Fackeln aus Papier an, die in die Luft stiegen. Nach der Reaktorexplosion hatte eine kilometerhohe Feuersbrunst über Tage radioaktive Teilchen in die Luft geschleudert. Die Strahlenwolke breitete sich auch über weite Teile Westeuropas aus. Bis heute sind Böden mit radioaktiven Stoffen wie etwa Cäsium-137 belastet. Das Strahlengift kann Krebs und andere Krankheiten erzeugen. In der verstrahlten Sperrzone wollen die Präsidenten der bis heute am stärksten betroffenen Ex-Sowjetrepubliken Ukraine, Weißrussland und Russland an die vielen Strahlen- und Krebsopfer sowie Hunderttausenden Helfer erinnern.

Nach Schätzungen starben zwischen 10 000 und mehr als 100 000 Menschen an den Folgen der Katastrophe. In Lwiw in der Westukraine und in der russischen Ostseeregion Kaliningrad, dem früheren Königsberg, werden Denkmäler für die so genannten Liquidatoren - die Aufräumarbeiter - eingeweiht. Russische Umweltschützer wollen in Moskau vor der Zentrale des Kraftwerkbauers Rosatom für eine Abschaltung alter Reaktoren demonstrieren.

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