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01.02.2011

17:05 Uhr

Gefahr für Leib und Leben

Super-Blizzard bedroht US-Metropole Chicago

Schnee als tödliche Gefahr: Chicago und der Mittlere Westen der USA wappnen sich für den schwersten Blizzard dieses Winters. Mit Neuschnee bis zu einem halben Meter Höhe und Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometer droht der Sturm, das öffentliche Leben von 100 Millionen Menschen zum Erliegen zu bringen.

Schnee in Minnesota: Der Blizzard bedroht den gesamten Mittleren Westen der USA. Reuters

Schnee in Minnesota: Der Blizzard bedroht den gesamten Mittleren Westen der USA.

HB WASHINGTON. Die Millionenmetropole Chicago und der Mittlere Westen der USA haben am Dienstag letzte Vorbereitungen für einen lebensbedrohlichen Monster-Blizzard getroffen. Das Unwetter soll große Schneemassen bringen. "Mutter Natur lässt den Hammer niedergehen", warnte der Nationale US-Wetterdienst. Dieser Sturm könnte sich leicht zum schlimmsten der Saison entwickeln.

In Oklahoma schneite es am Morgen (Ortszeit) bereits heftig, weiter südlich gab es unterdessen Regen, Graupel und Gewitter. In Missouri wurden 600 Nationalgardisten mobilisiert. "Die Leute sollen die Luken dicht machen und durchhalten", sagte Gouverneur Jay Nixon.

In Oklahoma wurde vorsorglich der Notstand ausgerufen. "Reisen Sie nicht! Bleiben Sie drinnen!", warnte der Nationale Wetterdienst eindringlich. "Dieser Sturm ist lebensgefährlich." Zuvor waren Wintersturm-Warnungen für zwei Dutzend Bundesstaaten von New Mexico im Südwesten der USA bis Vermont an der Ostküste herausgegeben worden. Alles in allem könnte der zerstörerische Sturm, der seinen Höhepunkt am Mittwoch erreichen soll, am Ende 100 Millionen Menschen betreffen, meldete der US-Internetdienst "Weather.com" weiter.

Im Nordwesten Indianas und in Chicago werden Schneehöhen bis zu einem halben Meter erwartet - das wäre der drittschwerste Blizzard in der Geschichte der Stadt.

Über den Michigan-See, an dem die Metropole liegt, könnten Stürme mit rund 100 Stundenkilometern fegen. Bis zu acht Meter hohe Wellen könnten dann ans Ufer donnern.

Meteorologen riefen auch die Menschen im Großraum Chicago dringend auf, auf Reisen zu verzichten. "Überlegen Sie, ob es das wirklich wert ist, Ihr Leben aufs Spiel zu setzen", mahnte der Wetterdienst.

Der Schneefall werde mitunter so intensiv sein, dass Räumtrupps nicht einmal Hauptverkehrsadern und Autobahnen freihalten könnten. Selbst vor dem Schneeschaufeln warnten die Experten. Weil der Schnee sehr schwer sei, könnte es "ein sehr schweres und potenziell tödliches" Unterfangen werden.

Angetrieben wird die Schneefront von einem massiven Sturmsystem, das sich von den Rocky Mountains bis zur Atlantikküste erstreckt. Die Katastrophenschutzbehörde Fema hatte bereits vor dem Schlimmsten gewarnt. "Ein Sturm dieser Größe muss ernst genommen werden", sagte ihr Chef Craig Fugate. Anders als bei den Schneestürmen des bisherigen Winters sollen die Großstädte im Osten der Vereinigten Staaten diesmal glimpflich davon kommen.

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