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08.09.2012

13:43 Uhr

Gefahrgut-Frachter

Havarierte „Flaminia“ soll deutschen Hafen anlaufen

Die Odyssee der „MSC Flaminia“ könnte in absehbarer Zeit ein Ende haben. Gibt ein Spezialistenteam grünes Licht, könnte das vor Helgoland ankernde Containerschiff nach Wilhelmshaven geschleppt werden.

Die MSC Flaminia am 21. August auf dem Antlantik. Mehrere Gefahrgutcontainer brannten. Quelle: Havariekommando dpa

Die MSC Flaminia am 21. August auf dem Antlantik. Mehrere Gefahrgutcontainer brannten. Quelle: Havariekommando

Hamburg/BerlinDas havarierte Containerschiff „MSC Flaminia“ hat nach 56-tägiger Odyssee durch den Atlantik am Samstagmorgen deutsche Gewässer erreicht. Um 6.30 Uhr überquerte das auch mit rund 150 Gefahrgutcontainern beladene und bei einem Feuer schwer beschädigte Schiff die Grenze zur sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone, wie der Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven, Florian Krekel, auf dapd-Nachfrage sagte. Gezogen von einem Schlepper nahm die fast 300 Meter lange „Flaminia“ Kurs auf Helgoland.

Kurz nach Tagesanbruch steuerte zudem ein 17-köpfiges Expertenteam - die Analytische Task Force Deutschland - auf dem mit einem Untersuchungslabor ausgestatteten Schiff „Neuwerk“ den Schlepperverband an und ging an Bord des Unglücksfrachters. Die Chemiker und Schiffsbrandexperten sollten neben den Schäden auch die Gefahren einschätzen, die von dem Havaristen ausgehen. Das Schiff sollte über Nacht vor der Küste Helgolands in Warteposition gehen und mit der Flut am Sonntagnachmittag in den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven einlaufen. „Falls die Task Force Bedenken hat, wird das nicht passieren“, sagte Krekel. Bisher sei aber alles nach Plan verlaufen. Gefahren für die Umwelt seien nicht absehbar.

MSC Flaminia: Havariertes Schiff auf dem Weg nach Deutschland

MSC Flaminia

Havariertes Schiff auf dem Weg nach Deutschland

Auf Kurs in Richtung Helgoland: Die „MSC Flaminia" ist auf dem Weg in die Deutsche Bucht. Das Mitte Juli havarierte Containerschiff befindet sich mittlerweile in einer stabilen Lage. Experten wollen es genau untersuchen.

Auf der „Flaminia“, ein Schiff der NSB Niederelbe Schifffahrtsgesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Buxtehude, war am 14. Juli bei der Fahrt von Charleston im US-Staat South Carolina nach Antwerpen auf dem Atlantik ein Feuer ausgebrochen. Es folgten mehrere Explosionen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 23 Menschen an Bord, neben fünf Deutschen auch Polen und Philippiner. Ein Seemann kam ums Leben, ein weiterer wird vermisst. Zu deren Nationalität macht die Reederei keine Angaben. „Wir wollen die Familien schützen“, begründete NSB Sprecherin Bettina Wiebe die Entscheidung.

Nach Rettung der Besatzung durch passierende Schiffe begann die wochenlange Irrfahrt der „Flaminia“, auf der immer wieder Feuer ausbrachen. Denn mehrere Länder - darunter Großbritannien, Frankreich und Spanien - verweigerten ihr das Einlaufen in ihre Häfen. Ein Grund dafür war die unklare Gefahrenlage durch die Beladung des Schiffs: Von den etwa 3.000 geladenen Containern enthielten laut Reederei 150 Gefahrengüter bis zur Klasse sechs (giftige und ansteckende Stoffe). Es gibt insgesamt neun Gefahrenklassen, als Klasse sieben werden etwa radioaktive Stoffe eingestuft.

Die Sprecherin der Reederei warnte am Samstag vor „hysterischen Reaktionen“. Die Ladung sei vorschriftsgemäß gelagert gewesen, sagte Wiebe. Der Inhalt aller Container sei den deutschen Behörden durch die Ladepapiere übermittelt worden. Zudem sei noch völlig unklar, wie es zu dem Brand gekommen sei und ob er durch einen gefährlichen Stoff ausgelöst worden sei.

Von

dapd

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