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23.01.2015

10:46 Uhr

Gefangene Japaner

Mutter einer Geisel bittet IS um Freilassung

Anfang der Woche zeigten Dschihadisten des IS ein Video mit zwei Geiseln. Das Ultimatum läuft bald ab. Die Mutter eines Gefangenen hat sich nun an die Terroristen gewandt und bittet die japanische Regierung um Hilfe.

Junko Ishido, die Mutter des japanischen Journalisten Keni Goto, bittet den IS ihren Sohn freizulassen. ap

Junko Ishido, die Mutter des japanischen Journalisten Keni Goto, bittet den IS ihren Sohn freizulassen.

Tokio/DamaskusDie Mutter eines von zwei Japanern in den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Dschihadisten am Freitag um Freilassung ihres Sohnes gebeten. Wenige Stunden vor Ablauf eines vom IS gesetzten Ultimatums zur Zahlung eines Lösegeldes von 200 Millionen Dollar (gut 170 Millionen Euro) appellierte Junko Ishido an den IS. „Kenji ist kein Feind des Islamischen Staates“, sagte sie. Zugleich forderte sie die japanische Regierung auf, das Leben ihres Sohnes zu retten. Kenji Goto, ein freier Journalist, sei in Syrien verschleppt worden. Er sei vor zwei Wochen Vater geworden.

Die Dschihadisten hatten Anfang der Woche im Internet ein Video der beiden gefangenen Männer verbreitet. Darin verlangte ein in Schwarz gekleideter IS-Kämpfer von der japanischen Regierung, innerhalb von 72 Stunden 200 Millionen Dollar Lösegeld zu zahlen. Ansonsten würden die Geiseln getötet. Nach Medienberichten geht die japanische Regierung von einem Ablauf der Frist am Freitag um 14.50 Uhr Ortszeit (6.50 Uhr MEZ) aus.

Journalisten und Zeichner als Ziel von Anschlägen

Februar 2013

Der 70 Jahre alte dänische Journalist Lars Hedegaard übersteht in Kopenhagen ein Attentat unverletzt und kann den unbekannten Täter selbst in die Flucht schlagen. Zuvor hatte eine Pistolenkugel den Kopf des Islamkritikers knapp verfehlt.

November 2011

Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf die Redaktion des französischen Satireblattes „Charlie Hebdo“. Es brachte am gleichen Tag ein Sonderheft zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien heraus und hatte sich dazu in „Scharia Hebdo“ umbenannt. Als Chefredakteur war „Mohammed“ benannt worden.

Mai 2011

Ein Kopenhagener Gericht verurteilt den Tschetschenen Lors Dukajew für einen versuchten Anschlag auf die Zeitung „Jyllands-Posten“ zu zwölf Jahren Haft. Der 25-Jährige hatte sich 2010 in Kopenhagen bei der Explosion seines Sprengstoffes verletzt. Er wollte eine Briefbombe an die Redaktion der Zeitung schicken.

Mai 2010

Zwei Männer werfen Benzinflaschen durch ein Fenster in das Haus des schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks. Auf den Zeichner wurde bereits 2007 im Internet von einem El-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150.000 Dollar (108.000 Euro) ausgesetzt.

Januar 2010

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard, von dem die Mohammed-Karikaturen in „Jyllands-Posten“ stammen, entkommt nur knapp einem Attentat. Bereits 2008 hatten die dänischen Behörden Mordpläne gegen ihn aufgedeckt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

November 2004

Der niederländische Islamkritiker Theo van Gogh bezahlt einen Film über die Unterdrückung der Frauen im Islam mit dem Leben. Er wird in Amsterdam von einem muslimischen Extremisten ermordet. Auf der Leiche hinterließ der Täter einen Brief mit Morddrohungen gegen weitere Niederländer.

Über das weitere Schicksal der Geiseln war zunächst nichts bekannt. In dem Video knien sie neben dem vermummten Mann. Sie tragen dabei orangene Overalls, so wie mehrere Geiseln aus dem Westen, die im vergangenen Jahr vom IS getötet worden waren.

Von

dpa

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