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22.03.2017

15:34 Uhr

Geheimdienst gegen Einreise

Russische ESC-Kandidatin darf nicht in die Ukraine

Ein Auftritt vor drei Jahren auf der Halbinsel Krim wird der russischen Sängerin Julia Samoilowa nun zum Verhängnis. Der russischen ESC-Teilnehmerin wurde durch den ukrainischen Geheimdienst die Einreise verboten.

Die im Rollstuhl sitzende Russin darf nicht in die Ukraine reisen. dpa

Julia Samoilowa

Die im Rollstuhl sitzende Russin darf nicht in die Ukraine reisen.

Kiew/MoskauDer ukrainische Geheimdienst SBU hat der russischen ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa die Einreise verboten. Dadurch kann die 27-jährige Sängerin voraussichtlich nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) Mitte Mai in Kiew auftreten. Sie dürfe für drei Jahre nicht in die Ukraine einreisen, sagte Geheimdienstsprecherin Jelena Gitljanskaja der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch. Die Entscheidung sei aufgrund von früheren Verstößen gegen ukrainische Gesetze getroffen worden. Anlass ist ein aus Kiewer Sicht illegaler Auftritt der Sängerin auf der Halbinsel Krim, die Russland 2014 annektiert hatte.

Die Sängerin im Rollstuhl ist im Juni 2015 in der Stadt Kertsch auf der Krim aufgetreten. Reisen auf die Halbinsel über Russland sind seit der Annexion aber von ukrainischer Seite verboten und werden mit einer mehrjährigen Einreisesperre geahndet. Der früher als Grand Prix bekannte ESC soll laut Statuten unpolitisch sein. Die Halbfinale des ESC 2017 finden am 9. und 11. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt, das Finale am 13. Mai, unter anderem mit der deutschen Teilnehmerin Isabella Levina Lueen.

Die Veranstalter kündigten an, die Situation genau zu beobachten. Man wolle doch eine Lösung finden, damit Samoilowa an dem Wettbewerb teilnehmen könne, sagte der Sprecher der European Broadcasting Union, Dave Goodman, der Agentur Tass.

Die Entscheidung dürfte das ohnehin seit Jahren schwer beschädigte Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine weiter belasten. Das Außenministerium in Moskau kritisierte den Schritt umgehend. „Das ist ein weiterer empörender, zynischer und unmenschlicher Akt der Kiewer Behörden“, sagte Vizeaußenminister Grigori Karassin.

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