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22.01.2005

12:16 Uhr

Geistlicher würdigt soziales Engagement des Modemachers

Moshammer-Trauerzug zieht durch München

In München hat die Trauerfeier für Rudolph Moshammer begonnen. In seiner Ansprache nannte der Pfarrer den Modemacher einen «wachen Zeitgenossen», der sich sozial engagiert habe.

HB BERLIN. In einer bewegenden Trauerfeier wurde am Samstagvormittag in der Münchener Allerheiligen-Hofkirche Abschied genommen von dem vor acht Tagen ermordeten Rudolph Moshammer. In seiner Traueransprache bezeichnete der evangelische Pfarrer Christian Stalter den Modeschöpfer als «wachen Zeitgenossen», der den Menschen zugewandt begegnet sei.

Moshammers barocke Art zu leben habe viele Menschen begeistert, so der Geistliche. Doch sei das Öffentliche möglicherweise auch eine Flucht aus einer Einsamkeit gewesen. Moshammer habe nie vergessen, dass ihm vieles im Leben geschenkt wurde. Zum Dank dafür habe er sich für Obdachlose engagiert, für die er sich auch mit einer eigenen Stiftung eingesetzt hatte.

Unter den geladenen Gästen der gerade beendeten Trauerfeier war neben Roberto Blanco und Ehefrau Mireille, Senta Berger und Karl-Heinz Wildmoser auch eine Gruppe Obdachloser, die um ihren großen Gönner trauern. Mehrere hundert Menschen verfolgten den Gottesdienst auf einer Leinwand vor dem ehemaligen Gotteshaus der bayerischen Könige.

Der Mahagonisarg war unter einem riesigen Bouquet aus weißen Lilien, weißen Rosen und roten Nelken fast nicht zu sehen. Laut dem Bestatter Karl Denk trägt der Tote einen Gehrock aus dunklem Samt und sehe «genauso wie im Leben» aus. Nach Teilen aus Mozarts Requiem in D-Moll hatten die Andacht begonnen. Der Gottesdienst wurde gehalten, obwohl Moshammer aus der evangelischen Kirche ausgetreten war.

Der Sarg wird nun in einem Konvoi an Moshammers Modeboutique in der Maximilianstraße vorbei, wo sich am Morgen bereits zahlreiche Menschen versammelt haben, zum Ostfriedhof gefahren werden. Dort wird der Modemacher in der Gruft beigesetzt werden, in der bereits seine Mutter liegt. Viele Trauernde haben vor dem Moshammer-Mausoleum Grablichter mit Jesus-, Marien- oder Moshammer-Bildchen aufgestellt.

Zudem sind rund 100 Sicherheitsleute im Einsatz, zitiert die Nachrichtenagentur dpa Moshammers ehemaligen Leibwächter, Werner Wittek. Sie gehörten zu einem Sicherheitsdienst, den Moshammer zu Lebzeiten in Anspruch genommen hatte.

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