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20.01.2011

12:18 Uhr

Gekenterter Frachter

Rhein könnte wieder freigegeben werden

Möglicherweise zeichnet sich ein Ende des Mega-Staus auf dem Rhein ab. Die Stelle auf Höhe der Loreley, an der ein Tanker verunglückt ist, könnte noch am Donnerstag wieder freigebeben werden - zumindest für einige Schiffe. Seit rund einer Woche geht auf dem Strom nichts mehr, was auch Großkonzerne zu spüren bekommen.

DAPD

HB ST. GOARSHAUSEN. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) erwägt eine teilweise Freigabe des Rheins am gekenterten Tanker "Waldhof" im Laufe des Donnerstags. Um 13.30 Uhr wird das WSA entscheiden, ob stromaufwärts fahrende Schiffe mit geringer Geschwindigkeit an dem Havaristen vorbeigelassen werden, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung an der Unfallstelle nahe St. Goarshausen am Donnerstag. Mittlerweile stauten sich 273 Schiffe zwischen Mainz und Burgbrohl (Kreis Ahrweiler).

Die Schwimmkräne "Grizzly", "Atlas" und "Amsterdam" sind Angaben des Sprechers zufolge aus Rotterdam und Duisburg unterwegs und werden im Laufe des Wochenendes an der Unfallstelle erwartet. Einen Tag nach dem Unfall war vonseiten der Einsatzleitung zunächst von vier Kränen die Rede, die beauftragten Experten einer niederländischen Spezialfirma hätten dann aber entschieden, dass die drei Kräne mit einer Hubkraft von jeweils 200 bis 300 Tonnen für die Bergung der "Waldhof " ausreichten. Im Laufe der am kommenden Wochenende beginnenden Bergung solle das Wasser aus den Ballasttanks der "Waldhof" abgelassen werden, gleichzeitig werde das Schiff mit drei Kränen angehoben, um es aufzurichten, sagte der Sprecher.

Die Rheinsperrung beeinträchtigt offenbar auch die Produktion am BASF-Stammsitz in Ludwigshafen. In dem Werk müsse wegen Versorgungsengpässe bei Rohstoffen für einzelne Substanzen die Fertigung heruntergefahren werden, erklärte der Chemieriese am Donnerstag. Für BASF ist der Rhein ein wichtiger Weg für die Versorgung des Stammwerks mit Rohstoffen und den Transport von Stoffen Richtung Nordsee.

Die Versorgungssituation für Ludwigshafen variiere je nach Rohstoff, erklärte der Konzern. Für viele wichtige Substanzen sei sie derzeit noch gesichert. "Bei bestimmten Einsatzstoffen gibt es jedoch zurzeit Versorgungsengpässe und damit auch temporäre Anpassungen von Produktionskapazitäten."

Auf dem Rhein war vor rund einer Woche ein Tankschiff mit 2400 Tonnen Schwefelsäure von BASF an Bord gekentert. Das Schiff war auf dem Weg von BASF in Ludwigshafen nach Antwerpen. BASF hatte daraufhin Transporte vom Rhein auf die Schiene oder Straße verlagert und für die Versorgung seines Stammwerks auch auf Vorräte zurückgegriffen.

"Auch bei der Versorgung unserer Kunden verlagern wir Transporte vom Rhein auf die Schiene oder bei eiligen Lieferungen auf die Straße", erklärte BASF. Bei einzelnen Produkten komme es derzeit zu Lieferschwierigkeiten und-verzögerungen. Der Konzern habe seine Kunden frühzeitig informiert und arbeite an Lösungen.Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Financial Times Deutschland" hatten über das Thema berichtet.

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