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10.08.2017

09:07 Uhr

Gemüse und Obst als Pulver

Teurer Zaubertrank aus Tütchen

Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag schafft nicht jeder. Abhilfe sollen Spinat, Brokkoli oder Bananen in Pulverform schaffen. Einfach ins Essen oder Getränk streuen, fertig - aber kann das schmecken? Und ist es gesund?

Drei Jungunternehmer haben die Firma FoPo gegründet. Sie kaufen Bauern auf den Philippinen und in Israel aussortierte Früchte ab, lassen sie vor Ort gefriertrocknen, pulversieren und dann nach Deutschland verschiffen. dpa

Lebensmittelpulver

Drei Jungunternehmer haben die Firma FoPo gegründet. Sie kaufen Bauern auf den Philippinen und in Israel aussortierte Früchte ab, lassen sie vor Ort gefriertrocknen, pulversieren und dann nach Deutschland verschiffen.

BremenAlgen, Spinat, Mango oder Brennnesseln als Pulver - das klingt nach Astronautennahrung, gibt es aber längst in Supermärkten und Drogerien zu kaufen. Man kann die Pulver in Smoothies rühren, übers Müsli streuen oder damit backen. Die Hersteller versprechen viele gesunde Nährstoffe bei minimalem Aufwand. Und wer die bunten Tütchen und Dosen kauft, tut angeblich sogar was gegen die Lebensmittelverschwendung.

Nach Ansicht von Ernährungsexpertinnen geht aber Genuss verloren und auch das Geschmackserlebnis verändert sich. Essen ist fast schon eine Art Religion. Man isst nicht nur, um satt zu werden. Man isst bewusst, möglichst nachhaltig und vor allem gesund.

Mit Pulvern aus Gemüse oder Früchten lasse sich das Ganze noch ein bisschen steigern, so die Hoffnung. „Das ist quasi die konzentrierte Gesundheit, ein moderner Zaubertrank“, sagt Trendforscher Andreas Steinle. So kommt kaum ein Blog zum Thema Backen ohne Rezepte mit Matcha-Pulver aus.

Die sieben Erfolgsfaktoren gesunder Ernährung

Faktor 1

„Buy fresh, eat fresh“: Frisches kaufen, Frisches essen.

Faktor 2

Zucker vermeiden

Faktor 3

Weizenmehl vermeiden

Faktor 4

„Frankenfoods“ (Frankenstein Food), also Nahrungsmittel aus genetisch veränderten Pflanzen oder Tieren vermeiden

Faktor 5

Gute Proteine wie (Hühner-)Fleisch, Nüsse und Körner essen

Faktor 6

Gute Fette verwenden; sie machen nicht fett, denn die Übeltäter sind Zucker und Weißmehl

Faktor 7

Phytonutrients, also Phytonährstoffe, verwenden

Und in New York war das In-Getränk der zurückliegenden Saison „Unicorn-Latte“ - unter anderem mit Algenpulver. Die Auswahl im Handel ist groß: Diverse Hersteller bieten die unterschiedlichsten Pulver von Aroniabeere über Löwenzahn bis Weizengras an.

Seit März mischen die drei Bremer Jungunternehmer Vita Jarolimkova, Adriana Balazy und Gerald Perry Marin mit. FoPo - kurz für food powder, also Lebensmittelpulver - haben sie ihr Start-up genannt. Der Trend zum Pulver kommt ihnen gelegen, doch ging es ihnen bei der Unternehmensgründung um etwas anderes.

10 Tipps zum Gesunden Essen und Trinken

Erster Tipp

Essen Sie vielseitig und in angemessenen Mengen.

Zweiter Tipp

Gemüse und Obst essen hilft. Am besten fünf Mal am Tag.

Dritter Tipp

Generell sollten Sie weniger Fett und fettreiche Lebensmittel zu sich nehmen.

Vierter Tipp

Essen Sie mehr Vollkornprodukte und Kartoffeln!

Fünfter Tipp

Sie sollten weniger Fleisch, Fleischwaren und Eier essen.

Sechster Tipp

Gezuckerte und gesalzene Lebensmittel sollten sie nur in Maßen verzehren.

Siebter Tipp

Essen Sie bevorzugt Speisen aus naturbelassenen Lebensmitteln, möglichst frisch und schonend zubereitet.

Achter Tipp

Essen Sie regelmäßig, zum Beispiel drei Hauptmahlzeiten und zwei leichte Snacks.

Neunter Tipp

Trinken Sie täglich zwischen 1,5 bis 2 Liter Mineralwasser, Früchte- und Kräutertee.

Zehnter Tipp

Nehmen Sie sich genügend Zeit, um das Essen in Ruhe und ohne Nebenbeschäftigung zu genießen.

„Wir wollen das Problem lösen, dass so viele Lebensmittel weggeworfen werden“, sagt Marin. Deshalb gelangen bei ihnen nur hässliche Früchte in die Tüte. Sie kaufen Bauern auf den Philippinen, in Israel und demnächst auch Kenia unförmige Mangos, zu krumme Bananen und Avocados mit kleinen Makeln ab, die diese sonst nicht los geworden wären.

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