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10.09.2011

15:33 Uhr

Georg Elser

Denkmalbau für Hitler-Attentäter begonnen

Die Bauarbeiten für das Denkmal in Berlin, das ab November an den Hitler-Attentäter Georg Elser (1903-1945) erinnern soll, haben begonnen. Die Stahlskulptur wird in der Dunkelheit leuchten.

Johann Georg Elser auf einem Foto der Gestapo, aufgenommen im KZ Sachsenhausen im November 1939. dapd

Johann Georg Elser auf einem Foto der Gestapo, aufgenommen im KZ Sachsenhausen im November 1939.

BerlinBerlin erinnert ab November mit einem Denkmal an den Hitler-Attentäter Georg Elser (1903-1945). Die Bauarbeiten für die Skulptur haben jetzt begonnen. Am Donnerstag (15. September) erfolgt die symbolische Grundsteinlegung an der Ecke Wilhelmstraße/An der Kolonnade - in der Nähe der ehemaligen Machtzentrale der Nazis, wie eine Sprecherin der Senatskulturverwaltung am Samstag mitteilte. Das Denkmal soll am 8. November 2011, dem Jahrestag des Attentats, feierlich übergeben werden.

Der Berliner Künstler Ulrich Klages entwarf das Denkmal. Errichtet wird den Angaben zufolge eine mehr als 17 Meter hohe filigrane Stahlskulptur mit der Silhouette von Elsers Gesicht. Das Denkmal beginnt über den Baumkronen und leuchtet in der Dunkelheit.

Klages hatte mit seinen Vorstellungen einen europaweit ausgelobten offenen Kunstwettbewerb für das sogenannte Denkzeichen gewonnen. Dem Wettbewerb vorausgegangen war eine Initiative des Schriftsteller Rolf Hochhuth.

Zwtl.: Später Triumph für den Attentäter Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz sagte nach der Entscheidung für den Klages-Entwurf: „Georg Elser in der Nähe der Machtzentrale des Dritten Reiches zu ehren, ist ein würdiges Zeichen und ein später Triumph für den Hitler-Attentäter.“ Der schwäbische Schreiner Elser hatte am 8. November 1939 mit einer selbst gebauten Bombe einen Sprengstoffanschlag im Münchner Bürgerbräukeller verübt. Das Attentat galt Hitler, der jedoch wenige Minuten vor der Detonation den Saal verlassen hatte. Elser wurde etwa eine halbe Stunde vor der Explosion zufällig bei Konstanz auf der Flucht in die Schweiz gefasst. Schnell wurde ein Zusammenhang mit dem Anschlag festgestellt.

Nach Folterungen bekannte Elser, seine Tat habe der Rettung des europäischen Friedens gegolten. Überliefert ist das Zitat „Ich habe den Krieg verhindern wollen“. Nach jahrelanger Haft im Konzentrationslager Sachsenhausen wurde Elser am 9. April 1945 im KZ Dachau erschossen.

Bereits seit 2008 gibt es am Bundesinnenministerium in Berlin eine Bronze-Büste mit dem Konterfei Elsers. In Königsbronn in Baden-Württemberg, wo Elser ab 1904 aufwuchs, wurde im April 2010 ein stählernes Denkmal übergeben.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Pendler

10.09.2011, 16:01 Uhr

wann gibt es in DD endlich ein

Denkmal für die 300.000 Tote der Bombennacht zu DD

Für 3000 Tote einer Stadt gibt es riesige Denkmäler
warum nicht für 300.000 einer Nacht ???

Thomas-Melber-Stuttgart

11.09.2011, 09:42 Uhr

Nicht vergessen werden darf, daß bei Elsers Bombenanschlag auch acht Menschen getötet, sowie 63 verletzt wurden (davon 16 schwer). Heutzutage nennt man das wohl "Kollateralschaden".

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