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13.08.2013

14:17 Uhr

Gerichtsprozess in Boston

US-Gangsterboss Bulger wegen Mordes schuldig gesprochen

Mord, Erpressung, Geldwäsche, Drogenhandel: Die Anklageliste gegen den berüchtigten US-Gangsterboss James Bulger ist lang. Eine Jury hat ihn nun in 31 von 32 Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Eine Jury hat den Gangsterboss James Bulger in Boston für schuldig befunden. Er soll an 19 Morden beteiligt gewesen sein. dpa

Eine Jury hat den Gangsterboss James Bulger in Boston für schuldig befunden. Er soll an 19 Morden beteiligt gewesen sein.

BostonDer berüchtigte US-Gangsterboss James „Whitey“ Bulger ist wegen mehrerer Morde und zahlreicher weiterer Verbrechen schuldig gesprochen worden und muss wohl für den Rest seines Lebens hinter Gitter. Eine Jury in Massachusetts sprach den 83-Jährigen am Montag in 31 von 32 Anklagepunkten für schuldig, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das Strafmaß soll am 13. November verkündet werden. Bulger will in Berufung gehen.

Die vier Frauen und acht Männer der Jury verkündeten nach fünftägigen Beratungen den Schuldspruch. Staatsanwältin Carmen Ortiz erklärte, die Geschworenen hätten Bulger wegen des Mordes an elf Menschen für schuldig erklärt sowie wegen mehrerer Fälle von Erpressung, Geldwäsche, des Drogenhandels und Schusswaffenbesitzes. Die Anklage hatte dem Gangsterboss 19 Morde in der Zeit von 1972 bis 2000 zur Last gelegt. In dem Prozess, der am 4. Juni begonnen hatte, wurden mehr als 70 Zeugen angehört und 840 Beweisstücke gesichtet.

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Laut Anklage agierten Bulger und seine Bande Winter Hill in Boston im Bundesstaat Massachusetts in den 1970er und 1980er Jahren als „Richter, Jury und gelegentlich als Henker“. Als ihr Anführer sei Bulger „nach dem Gesetz für all das verantwortlich“, sagte Staatsanwalt Fred Wyshak in seinem Schlussplädoyer.

Bulger, der als 14-Jähriger seine Gangsterkarriere begann, hob in Richtung seiner Familienangehörigen den Daumen hoch, als er aus dem Gerichtssaal geführt wurde. Sein Mandant werde in Berufung gehen, sagte Anwalt Jay Carney. „Ich denke, James Bulger hat noch nicht sein letztes Wort gesprochen“, ergänzte sein Kollege Hank Brennan.

Bulger war nach 16 Jahren auf der Flucht im Juni 2011 in Kalifornien festgenommen worden, wo er unter falschem Namen mit seiner langjährigen Lebensgefährtin lebte. Die Polizei beschlagnahmte in der Wohnung etwa 800.000 Dollar in bar und ein großes Waffenarsenal. Die Lebensgefährtin wurde 2012 zu acht Jahren Haft verurteilt, weil sie den Flüchtigen deckte.

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