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09.04.2015

15:31 Uhr

Germanwings-Absturz

Falsche Cousine soll sich Frankreich-Flug erschlichen haben

Gefälschte Trauer für einen kostenlosen Südfrankreich-Flug? Die Polizei ermittelt gegen eine Frau, die im Verdacht steht, sich als falsche Cousine eines Germanwings-Opfers ausgegeben zu haben.

Germanwings-Absturz

Erste Bilder der Bergungsarbeiten an der Absturzstelle

Germanwings-Absturz: Erste Bilder der Bergungsarbeiten an der Absturzstelle

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Haltern/BeverungenEine Frau soll sich als Angehörige eines Opfers des Germanwings-Absturzes ausgegeben haben, um auf Kosten der Fluggesellschaft nach Südfrankreich zu fliegen. Die Konzernmutter Lufthansa prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die vermeintliche Angehörige, wie ein Sprecher auf Nachfrage am Donnerstag sagte.

Nach Informationen der „Halterner Zeitung“ hatte die Frau aus dem Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen fälschlicherweise behauptet, die Cousine einer Lehrerin des Halterner Gymnasiums zu sein, das bei dem Unglück in den französischen Alpen 16 Schüler und zwei Lehrerinnen verlor. Auf diese Weise soll sie in Begleitung von drei Personen zweimal in die Unglücksregion geflogen sein - ohne dass sie mit der getöteten Lehrerin in Verbindung stand. Die Zeitung beruft sich dabei unter anderem auf den Vater des Opfers.

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Die Zeit nach dem Start in Barcelona

„In den ersten 20 Minuten sprechen die Piloten vollkommen normal miteinander, man könnte sagen heiter, höflich, wie normale Piloten während eines Flugs. Es passiert also nichts Ungewöhnliches. Dann hört man den Bordkommandanten die Instruktionen für die Landung in Düsseldorf vorbereiten. Die Antworten des Co-Piloten erscheinen lakonisch. (...) Die Antworten sind kurz, es gibt keinen wirklichen Austausch.“

Der Flugkapitän verlässt das Cockpit

„Dann hört man, wie der Bordkommandant den Co-Piloten bittet, das Kommando zu übernehmen. Man hört das Geräusch eines Sitzes, der nach hinten geschoben wird, und einer Tür, die sich schließt. Man kann legitimerweise davon ausgehen, dass er rausgeht, wahrscheinlich um seine natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Der Co-Pilot leitet den Sinkflug ein

„In diesem Moment ist der Co-Pilot allein am Kommando. Während er allein ist, betätigt der Co-Pilot die Knöpfe des sogenannten Flight Monitoring Systems, um einen Sinkflug der Maschine einzuleiten. Die Aktion auf diesem Höhenregler kann nur gewollt gewesen sein.“

Der Flugkapitän gelangt nicht mehr ins Cockpit

„Man hört mehrere Rufe des Bordkommandanten, der Einlass in das Cockpit verlangt, über (...) eine Gegensprechanlage mit Video. Man kann also sagen, dass er sich gezeigt, identifiziert hat. Aber es gab keine Antwort des Co-Piloten. Er hat geklopft, um die Öffnung der Tür zu verlangen. Aber der Co-Pilot hat nicht geantwortet. (...) Er hat nicht ein einziges Wort gesagt, nachdem der Bordkommandant das Cockpit verlassen hatte.“

Die Kontaktversuche der Flugüberwachung

„Man hört anschließend die wiederholte Kontaktaufnahme des Kontrollturms von Marseille, aber keine Antwort des Co-Piloten. (...) Kein Notsignal, etwa Mayday-Mayday-Mayday, wurde von den Luftraumkontrolleuren empfangen. Und es gab keinerlei Antwort auf die zahlreichen Kontaktaufnahmen der Kontrolleure.“

Der Co-Pilot ist offenbar bei Bewusstsein

„Man hört zu diesem Zeitpunkt ein menschliches Atmen im Inneren des Cockpits, bis zum Aufprall. Das bedeutet, dass der Co-Pilot am Leben war. (...) Er hat anscheinend normal geatmet. Das ist nicht die Atmung von jemandem, der gerade einen Infarkt erleidet. (...) Man hat nicht das Gefühl, dass er Panik hatte.“

Die Sekunden vor dem Aufprall

„Die Alarmsignale gingen los, um der Besatzung die Nähe des Bodens anzuzeigen. Dann hört man heftige Schläge gegen die Tür wie um sie aufzubrechen. (...) Die Opfer haben es vermutlich erst im allerletzten Moment bemerkt. Schreie gibt es in den letzten Momenten vor dem Aufprall. (...) Der Tod trat sofort ein, denn diese Maschine, die mit 700 Stundenkilometern gegen den Berg prallte, ist im wahrsten Sinne des Wortes explodiert.“

Das Fazit der Ermittler

Die für uns plausibelste, die wahrscheinlichste Interpretation ist folgende: Der Co-Pilot hat sich absichtlich geweigert, dem Bordkommandanten die Tür zum Cockpit zu öffnen und hat den Knopf zum Absenken der Flughöhe gedrückt. Wir kennen heute nicht den Grund, aber das kann interpretiert werden als der Wille, dieses Flugzeug zu zerstören. (...) Es war eine willentliche Handlung“

Wegen Betrugsverdacht hat die Polizei in Höxter Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben eines Sprechers hatte sich die Lufthansa an die Polizei gewandt.

„Der Lufthansa ist der Vorfall bekannt“, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Donnerstag ohne die Einzelheiten zu bestätigen. Er sprach von einem „bedauerlichen Einzelfall“, der weiter geprüft werde. In der Ausnahmesituation nach dem Absturz von Flug 4U9525 sei zwar die Plausibilität der Angaben von Anrufern geprüft worden. Für einen schnellen und unbürokratischen Umgang mit den Angehörigen habe die Lufthansa aber auf detaillierte Überprüfungen verzichtet, erklärte er. „Wir bedauern sehr, dass die Familie des Opfers in diesen schweren Stunden in ihrer Trauer gestört wurde.“

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März in den französischen Alpen waren 150 Menschen ums Leben gekommen. Die ökumenische Gedenkfeier für die Opfer soll am 17. April im Kölner Dom stattfinden. An der Andacht wollen unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen. Der Copilot soll die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht haben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

09.04.2015, 15:34 Uhr

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