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28.03.2017

14:59 Uhr

Germanwings-Absturz

US-Gericht weist Klage von Hinterbliebenen ab

In den USA wollen Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe höheres Schmerzensgeld erstreiten. Ein Gericht lehnte die Klage nun ab. Ihr Anwalt ist aber zuversichtlich, dass sich das Gericht doch noch damit befasst.

Am 24. März 2015 lenkte der Copilot Andreas Lubitz die Germanwings-Maschine mit der Kennung „D-AIPX“ in ein Bergmassiv in den französischen Alpen. Die Hinterbliebenen der Opfer wollen die Flugschule, in der Lubitz ausgebildet wurde, haftbar machen. dpa

Germanwings-Absturz

Am 24. März 2015 lenkte der Copilot Andreas Lubitz die Germanwings-Maschine mit der Kennung „D-AIPX“ in ein Bergmassiv in den französischen Alpen. Die Hinterbliebenen der Opfer wollen die Flugschule, in der Lubitz ausgebildet wurde, haftbar machen.

Mönchengladbach/BerlinDie Schadenersatzklage von Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes gegen eine amerikanische Lufthansa-Flugschule ist von einem US-Gericht abgewiesen worden. Dies geht aus einer Veröffentlichung im Internet vom Dienstag hervor.

Die Einstellung sei unter Auflagen geschehen, betonten Hinterbliebenen-Anwälte. So habe das Gericht den Parteien auferlegt, den Rechtsstreit in Deutschland weiterzuführen, sagte Anwalt Christof Wellens in Mönchengladbach. Wenn allerdings kein deutsches Gericht die Klage annehme, könne die Wiederaufnahme des Verfahrens in den USA beantragt werden. Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich zunächst nicht zu der Entscheidung des Gerichts äußern.

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Die Ermittler lassen keinen Zweifel an der Schuld von Andreas L: Er habe eine Germanwings-Maschine vor zwei Jahren absichtlich in einen Berg gesteuert. An der Auffassung ändert auch öffentliche Kritik der Familie nichts.

Die Hinterbliebenen von 80 Opfern des Absturzes wollen in den USA die Flugschule haftbar machen, an der der Copilot Andreas L. ausgebildet worden war. Er hatte den Ermittlungen zufolge den Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen vor gut zwei Jahren bewusst herbeigeführt. 150 Menschen starben.

Die Klage hatte die New Yorker Anwaltskanzlei Kreindler & Kreindler im vergangenen Jahr vor einem Gericht in Phoenix (Arizona) erhoben. An der Klage hatten mehrere Anwaltskanzleien aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien mitgearbeitet. Die Flugschule Airline Training Center Arizona (ATCA) gehört zur Lufthansa-Gruppe.

Die Flugschule hätte von den psychischen Problemen ihres Schülers wissen können und ihn nicht zum Piloten ausbilden dürfen, argumentieren die Kläger. Die Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings hatte eine Verhandlung des Falles in den USA abgelehnt. Ein Gerichtsstand in den USA lasse sich nicht begründen, hatte das Unternehmen im Frühjahr 2016 mitgeteilt. Die Lufthansa hat nach dem Unglück bereits Zahlungen geleistet. Diese sind nach Auffassung zahlreicher Hinterbliebener aber zu gering.

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Nach Angaben des Hinterbliebenen-Anwalts Elmar Giemulla muss sich laut einer Auflage des Gerichts die Flugschule bei einer Klage in Deutschland dem amerikanischen Beweisführungsrecht unterwerfen. Dies sei jedoch unerfüllbar. „Das geht nicht, weil die deutsche Zivilprozessordnung zwingend zur Anwendung kommen muss“, sagte der Anwalt der Deutschen Presse-Agentur.

Giemulla kündigte an, die Klage jetzt vor ein deutsches Gericht zu bringen – mit dem Antrag, den amerikanischen Beweisregeln zu folgen. Mit der Ablehnung gehe es dann zurück zu dem US-Gericht. Er äußerte sich überzeugt, dass sich das US-Gericht am Ende doch für zuständig erklären werde. Wellens äußerte sich vorsichtiger: „Ich kann noch nicht beurteilen, ob das Verfahren weitergeht“, sagte er. Dies solle nun eingehend geprüft werden. Wellens vertritt in diesem Verfahren nach eigenen Angaben die Hinterbliebenen von 35 Opfern, Giemulla die Angehörigen von 36 Opfern.

Von

dpa

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