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21.05.2015

20:34 Uhr

Germanwings-Unglück

Unfallforscher stellen Absturz nach

Noch immer sind einzelne Abläufe des Unglücksflugs 4U9525 unbestätigt. Darum haben französische und deutsche Behörden den Absturz nun nachgestellt – und die Erkenntnisse mit den Aufnahmen des Voice-Rekorders verglichen.

Im März ist eine Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings in den französischen Alpen abgestürzt. dpa

Germanwings A380

Im März ist eine Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings in den französischen Alpen abgestürzt.

DüsseldorfDie französische Flugunfallbehörde BEA hat zusammen mit der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einzelne Abläufe während des Flugs der abgestürzten Germanwings-Maschine nachgestellt. Beim Flug eines baugleichen Airbus A320 sei unter anderem geprüft worden, ob die auf dem Voicerecorder zu hörenden Töne mit denen im Testflug übereinstimmen, berichtete die „Bild“-Zeitung (Freitagsausgabe). Die Maschine war nach Angaben eines BFU-Sprechers in Hamburg gestartet und auch dort wieder gelandet. Es seien dabei aber keine Flugbewegungen wie der Sinkflug nachgestellt worden, sagte der Sprecher.

Der Airbus der Lufthansa-Tochter war am 24. März in den französischen Alpen zerschellt. Wie die französische Untersuchungsbehörde Bea anhand der Flugschreiberdaten feststellte, hatte der 27 Jahre alte Copilot bewusst den tödlichen Sinkflug eingeleitet, während der Pilot nicht im Cockpit war. Bei dem Unglück starben alle 150 Menschen an Bord, unter ihnen 72 Deutsche.

Wie sicher ist das Fliegen?

Wie sicher ist das Fliegen - auch im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln?

Das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel, sagen Experten. „Obwohl in das letzte Jahr die tragischen Schicksale von MH370 und der ins Meer gestürzten A320 von AirAsia fallen, war es rein statistisch betrachtet sogar das sicherste Jahr in der Geschichte der zivilen Luftfahrt“, sagt Dennis Dahlenburg vom Online-Portal Aero.de. Der Weltluftfahrtverband IATA habe errechnet, dass es 2014 weltweit nur einen schweren Unfall je 4,4 Millionen Flüge gab - „gemessen am Straßen- oder Schienenverkehr ist schon das äußerst selten“. Der Hamburger Luftfahrt-Experte Cord Schellenberg sagt, 2014 habe es weltweit rund 1000 Tote im Luftverkehr gegeben. „Im selben Jahr starben allein auf Deutschlands Straßen 3300 Menschen.“ In der EU gab es zugleich insgesamt 25.700 Tote im Straßenverkehr.

Was sagt die Statistik des Flugverkehrs?

Nach einer aktuellen Studie der Allianz-Versicherungsgruppe hat sich die Flugsicherheit in den zurückliegenden Jahrzehnten stark verbessert. Zugleich stieg die Zahl der Fluggäste dramatisch. 2014 flogen demnach weltweit etwa 3,3 Milliarden Menschen. 1960 waren es nur 106 Millionen.

Und wie hoch ist das Risiko, Opfer eines Absturzes zu werden?

1959 betrug das Risiko eines tödlichen Flugzeugabsturzes der Allianz-Studie zufolge für einen Passagier 1:25.000 Abflüge in den USA und Kanada. Heute liege das Risiko eines Fluggasts, in den USA oder in der EU bei einem Absturz sein Leben zu verlieren, bei 1:29 Millionen. Dagegen geben Statistiker das Risiko, an einem Blitzschlag zu sterben, mit 1:10,5 Millionen an. Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Fahrradunfalls liege sogar bei 1:340.000.

Wie steht es um die Sicherheit deutscher Airlines?

„Deutsche und europäische Airlines sind besonders betriebssicher - sie haben bestens ausgebildete Besatzungen, penibel gewartete Flotten und unterliegen einer funktionierenden behördlichen Aufsicht“, sagt Dahlenburg.

Was sind die häufigsten Unfallursachen in der Luftfahrt?

„Meistens gibt es nicht die eine Ursache“, sagt Luftfahrtexperte Schellenberg. „Oft ist es ein Zusammenspiel von Mensch und Technik.“ Das heißt, es trete etwa ein technischer Fehler auf und der Mensch reagiere falsch. Nach Schätzungen gehen in der gewerblichen Luftfahrt 70 Prozent der tödlichen Unfälle auf menschliches Versagen zurück.

Von

dpa

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