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02.12.2012

19:06 Uhr

Gertrud Steinbrück

„Den Ehepartner gibt es nicht als Beigabe“

Partner von Spitzenpolitikern sollten nicht ständig als Anhängsel in der Öffentlichkeit stehen, findet Peer Steinbrücks Gattin Gertrud. Angela Merkels Ehemann Joachim Sauer mache es gut.

Gertrud Steinbrück an der Seite ihres Mannes Peer beim Bundespresseball 2008. dpa

Gertrud Steinbrück an der Seite ihres Mannes Peer beim Bundespresseball 2008.

BerlinDie Ehefrau des künftigen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück lehnt eine ständige öffentliche Präsenz der Partner von Spitzenpolitikern ab. „Politiker versehen ein Wahlamt, da gibt es nicht den Ehepartner als Beigabe, als Zufallsprodukt dazu“, sagte Gertrud Steinbrück der „Welt am Sonntag“.

Die ersten Erfahrungen mit der Kanzlerkandidatur waren für die Familie nicht leicht: „Die ausgiebige Berichterstattung über die früheren Nebentätigkeiten meines Mannes empfinde ich als belastend und ehrenrührig“, berichtete Steinbrück: „Die vergangenen Wochen waren daher auch für unsere Kinder und mich wirklich hart.“

Immer schön unauffällig Joachim Sauer an der Seite von Ehefrau Angela Merkel. dpa

Immer schön unauffällig Joachim Sauer an der Seite von Ehefrau Angela Merkel.

Sie betonte, nicht als Anhängsel wahrgenommen werden zu wollen: „Ich habe meine eigene Vita, meinen eigenen Kopf, den eigenen Beruf, die eigenen Interessen und bin nicht die zweite oder dritte Ableitung meines Mannes“, sagte die Bonner Gymnasiallehrerin.

Lobend äußerte sie sich über Joachim Sauer, den Ehemann von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Herr Sauer macht es gut“, sagte Steinbrück. „Er hält sich zurück und sucht selten bis nie die öffentliche Bühne, dafür habe ich großen Respekt. Vielleicht hat er es einfacher, weil er in seinem Fach eine Kapazität ist, ein sehr kluger Kopf. Aber vor seiner generellen Zurückhaltung habe ich großen Respekt.“

Zu Auftritten von Ehefrauen amerikanischer Politiker sagte sie: „Wer auch nur etwas graue Substanz unter seiner Schädeldecke hat, weiß, dass die Fotos der Politiker-Familie bei Chips und Cola vor dem Fernseher gestellt sind. Sie sind ein großer Fake.“ Die sei „geistiges Popcorn, das die Intelligenz eines jeden Bürgers beleidigt“.

Gertrud Steinbrück, Jahrgang 1949, kündigte an, im Sommer 2013 in den Ruhestand zu gehen. Dann wolle sie öfter als bisher nach Berlin reisen.

Von

dpa

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