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21.11.2012

11:26 Uhr

Gesetzentwurf

San Francisco erlässt Nacktheitsverbot

In der Hippie-Metropole San Francisco soll es züchtiger zugehen: Ein Gesetzentwurf, nach dem entblößte Genitalien auf Straßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln tabu sind, wurde trotz Protesten angenommen.

Zukünftig verboten: San Francisco will die Nacktheit in der Öffentlichkeit begrenzen AFP

Zukünftig verboten: San Francisco will die Nacktheit in der Öffentlichkeit begrenzen

San FranciscoIn Amerikas liberaler Hochburg wird es bald zugeknöpfter zugehen. Ausgerechnet in San Francisco, wo die Hippies einst den „Summer of Love“ feierten und die Schwulenbewegung in Gang kam, soll ein Nacktheitsverbot Gesetz werden. Mit knapper Mehrheit stimmten elf Stadtverordnete am Dienstag einem Entwurf zu, wonach entblößte Genitalien auf Straßen, Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln tabu sind. Einigte Nudisten kamen gleich zur Sache: Mitten in der Sitzung ließen sie aus Protest die Hüllen fallen. Beamte verteilten Handtücher. Ein nacktes Durcheinander, wie man es selbst in San Francisco nicht alle Tage sieht.

Es seien einfach zu viele Nackedeis auf der Straße, lamentierte der schwule Stadtverordnete Scott Wiener in der Sitzung. Viele Anwohner in seinem Castro-Bezirk, der Schwulenhochburg San Franciscos, hätten sich bei ihm beschwert. Fast täglich würden Nudisten, auch als „Naked Guys“ bekannt, ihre Genitalien zur Schau stellen. Auf Plätzen und Straßen, wo Familien einkaufen und Touristen bummeln gehen. „Die öffentliche Nacktheit geht einfach zu weit“, erklärte Wiener, der damit genügend Kollegen im Stadtrat überzeugte.

Viele Einwohner in Kaliforniens Liberalen-Hauptstadt wehren sich gegen das Verbot dapd

Viele Einwohner in Kaliforniens Liberalen-Hauptstadt wehren sich gegen das Verbot

Tatsächlich gibt es bei vielen Anlässen viel zu sehen. Beim jährlichen „Bay To Breakers“-Volkslauf tragen Dutzende Läufer nichts außer Socken und Schuhe. Beim Folsom-Straßenfest der Leder- und Fetisch-Szene ist ebenfalls viel nackte Haut dabei, ebenso bei der Gay-Pride-Parade. Daran will Wiener auch nichts ändern. Bei besonderen Feiern und Straßenparaden will die Stadt ein Auge zudrücken. Brüste dürfen weiter gezeigt werden. Auch müssen sich nackte Kinder unter 5 Jahren nicht vor strengen Ordnungshütern fürchten.

Vor einem Jahr setzte sich Wiener bereits mit einer Vorschrift durch, dass sich Nackte nicht einfach auf Parkbänke oder Stühle in Cafés setzen dürfen. Aus hygienischen Gründen müssen ein Handtuch oder eine ähnliche Unterlage benutzt werden.

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