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10.02.2005

19:41 Uhr

Gesundheitszustand hat sich gebessert

Papst kehrt in den Vatikan zurück

Nach zehn Tagen Klinik-Aufenthalt hat Papst Johannes Paul II. am Donnerstagabend die Gemelli-Klinik in Rom verlassen. Der 84-Jährige wurde zu seinem Papamobil gebracht, das ihn zurück zum etwa drei Kilometer entfernten Vatikan bringen sollte. Er segnete die Gläubigen, die auf ihn warteten.

HB ROM. Die Kehlkopfentzündung sei geheilt, und auch der Allgemeinzustand des Kirchenführers habe sich verbessert, sagte Vatikan-Sprecher Joaquín Navarro-Valls.

Der Papst war am 1. Februar mit Grippe und schwerer Atemnot ins Krankenhaus gekommen. Unterdessen legte der Tübinger Theologe und Vatikan-Kritiker Hans Küng dem 84-jährigen Papst öffentlich den Rückzug aus dem Amt nahe. Ein solcher Schritt wäre nützlich für die Kirche, sagte Küng im ARD-„Morgenmagazin“.

„Ein Papst könnte zurücktreten wegen des Nutzens und der Notwendigkeit der Kirche. Ich meine, dass dieser Fall jetzt eingetreten ist“, sagte Küng mit Blick auf die Gebrechlichkeit des Oberhauptes. „So können wir nicht weitermachen.“ Nach theologischen Differenzen hatte der Vatikan Küng in einem spektakulären Konflikt Ende der Siebzigerjahren die Lehrerlaubnis entzogen. Der Papst hatte bisher einen Rücktritt immer wieder kategorisch ausgeschlossen.

Unklar war zunächst, wann der Papst wieder mit der Arbeit beginnen kann und wieder Besucher empfängt. Inoffiziell hieß es, er wolle sich am Sonntag zum Mittagsgebet den Gläubigen auf dem Petersplatz zeigen. Am vergangenen Sonntag hatte der Pontifex vom Fenster seines Krankenzimmers den Segen gesprochen. Seine Stimme war dabei kaum zu hören. Später dementierte der Vatikan Berichte, es habe sich lediglich um eine Tonbandaufnahme gehandelt.

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