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02.11.2015

17:07 Uhr

Getöteter Flüchtlingsjunge

Mohameds Leiche freigegeben

Der getötete Flüchtlingsjunge Mohamed soll in den nächsten Tagen nach islamischem Ritus in Berlin bestattet werden. Der SPD-Abgeordnete Ilkin Özisik forderte am Montag ein Bleiberecht für die Familie Mohamed.

Polizei und Staatsanwaltschaft sind weiter bemüht, den Tod der beiden Jungen Mohamed und Elias in der Region Berlin-Brandenburg lückenlos aufzuklären. dpa

Potsdam trauert

Polizei und Staatsanwaltschaft sind weiter bemüht, den Tod der beiden Jungen Mohamed und Elias in der Region Berlin-Brandenburg lückenlos aufzuklären.

BerlinDer getötete vierjährige Flüchtlingsjunge Mohamed soll in den nächsten Tagen nach islamischem Ritus in Berlin bestattet werden. Das kündigte der Berliner SPD-Abgeordnete Ilkin Özisik am Montag im Namen der Familie an. Die Leiche sei am Montag freigegeben worden, sagte der Anwalt von Mohameds Familie, Khubaib Ali Mohammed. Das Geld für die Bestattung sei bereits durch Spenden gesammelt worden.

Özisik kümmert sich um die Familie, weil sein Wahlkreis in Berlin-Moabit liegt. Mohamed war am 1. Oktober vom Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso), der Berliner Anlaufstelle für Flüchtlinge, in Moabit entführt worden. Ein 32 Jahre alter Wachmann hatte eingeräumt, Mohamed entführt, sexuell missbraucht und getötet zu haben. Er hatte auch gestanden, den sechsjährigen Elias aus Potsdam getötet zu haben. Nur im Fall Mohamed machte er umfangreiche Angaben zum Ablauf der Tat. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Die Fälle Mohamed und Elias

8. Juli

Der kleine Elias aus Potsdam verschwindet in der Nähe der elterlichen Wohnung. Seine Mutter alarmiert die Polizei.

9. Juli 2015

Eine großangelegte Suchaktion bleibt erfolglos.

13. Juli

Von Hunden und Tauchern unterstützt läuft die Suche weiter auf Hochtouren, doch Elias bleibt verschwunden.

2. August

Die Ermittler haben den Großteil der Hinweise abgearbeitet. Es gibt noch immer keine heiße Spur.

1. Oktober

Der vier Jahre alte Mohamed wird vor der zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin-Moabit entführt.

8. Oktober

Die Polizei veröffentlicht Bilder einer Überwachungskamera, die Mohamed mit seinem mutmaßlichen Entführer zeigen.

29. Oktober

Die Polizei hat eine Kinderleiche gefunden und einen Verdächtigen festgenommen. Der 32-Jährige gesteht, Mohamed am Tag nach der Entführung ermordet zu haben. Die Fahnder prüfen einen Zusammenhang mit dem Fall Elias.

30. Oktober

Der Entführer von Mohamed hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch den Mord an Elias zugegeben.

Özisik forderte ein Bleiberecht für die seit mehr als einem Jahr in Berlin lebende Familie Mohameds aus Bosnien-Herzegowina. „Wir brauchen einen Aufenthaltsstatus, unbedingt.“ Die Mutter werde sonst nur noch einen Monat geduldet. Sie wolle aber im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder als Nebenklägerin auftreten. „Wir wünschen uns ein vorläufiges Bleiberecht für diese Familie!“, betonte der SPD-Abgeordnete. Mohamed hatte zwei Geschwister.

Von

dpa

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