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19.09.2014

09:27 Uhr

Gewalttat in Florida

US-Amerikaner erschießt Tochter und sechs Enkel

„Mord-Suizid“: Mit diesem Begriff beschreibt die Polizei im US-Südstaat Florida den siebenfachen Mord eines 51-Jährigen. Nachdem er auch ein kaum drei Monate altes Baby hingerichtet hatte, nahm er sich selbst das Leben.

Robert Schultz (2.v.l.) von der Polizei in Gilchrist County will die Gewalttat lückenlos aufklären. ap

Robert Schultz (2.v.l.) von der Polizei in Gilchrist County will die Gewalttat lückenlos aufklären.

GainesvilleEin Mann im US-Staat Florida hat seine Tochter, sechs seiner Enkelkinder und sich selbst getötet. Die Enkelkinder seien zwischen knapp drei Monaten und elf Jahren alt gewesen, teilte die Polizei in Gilchrist County mit. Der Schütze war polizeibekannt und soll im Jahr 2001 seinen Sohn laut Medienberichten versehentlich bei einem Jagdunfall erschossen haben.

Der 51 Jahre alte Großvater habe am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) selbst den Notruf abgesetzt und am Telefon noch damit gedroht, anderen und sich selbst Schaden zuzufügen. Als die Polizei eintraf, tötete der Mann sich selbst, sagte Robert Schultz von der Polizei in Gilchrist County am Donnerstagabend (Ortszeit). Im Haus entdeckten die Beamten die tödlich verletzten Kinder und ihre Mutter. Für die sieben Opfer kam jede Hilfe zu spät.

Das Haus, in dem sich die Bluttat ereignete, liegt im kleinen Ort Bell nahe der Stadt Gainesville im Norden Floridas. Eine Tochter der 28 Jahre alten Mutter hätte kommende Woche ihren sechsten Geburtstag gefeiert. Die weiteren Töchter waren knapp 3 Monate sowie 4 und 9 Jahre und die Söhne 8 und 11 Jahre alt.

In der Vergangenheit musste die Polizei offenbar mehrfach wegen „einer Reihe von Anlässen“ zum Haus des Täters ausrücken. Im Jahr 2001 hatte der Mann laut einem Bericht des „Orlando Sentinel“ seinen acht Jahre alten Sohn bei einem Jagdausflug versehentlich erschossen. Kurz vor Beginn seines Prozess bekannte er sich schuldig und wurde wegen illegalen Waffenbesitzes zu drei Jahren Haft verurteilt. 1995 soll er einem Kind seiner Nahrung und Unterkunft vorenthalten haben. 1992 soll er wegen Körperverletzung und einige Jahre später für den Besitz von Marihuana verurteilt worden sein.

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Anfang 2012 tötete er drei Schüler in einer High School in den USA. Jetzt gelang es dem Todesschützen, kurzzeitig aus dem Gefängnis zu fliehen. Die Polizei konnte den 19-Jährigen nach eigenen Angaben wieder fassen.

„Wir sind hier alle Familie“, sagte Schultz über die kleine rund 450 Einwohner zählende Gemeinde. Er bedauerte die Kinder, die nach dieser Tat am Freitag in die Schule gehen müssten. „Morgen wird ein harter Tag für viele Kinder werden“, sagte er. Laut einem Bericht der Zeitung „USA Today“ bereiteten die Schulen in der Gegend eine passende Antwort für die Kinder vor, die Freitag früh am Unterricht teilnehmen sollten. Lokalreportern zufolge wurde das Gebiet rund um das Haus des Täters abgesperrt. Eine Gefahr für die Gemeinde bestand der Polizei zufolge nach der Tat nicht.

Schultz versprach eine lückenlose Aufklärung. Er bestätigte, dass es noch andere Mitglieder der Familie gebe, nannte aber nicht deren Verwandtschaftsgrad oder Alter. „Wir werden das überstehen“, sagte er bei einer spontan anberaumten Pressekonferenz. „Einige Dinge im Leben kann man erklären, andere Dinge nicht. Dies ist eines der Dinge, die ich nicht erklären kann.“

Von

dpa

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