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22.06.2017

18:07 Uhr

Gewitter, Sturmböen und Tornados

Unwetterchaos in Nord- und Ostdeutschland

Eine massive Unwetterfront zieht über Deutschland. In Norddeutschland starb im heftigen Gewitter ein Mensch, beim Musikfestival „Hurricane“ mussten Besucher in ihre Autos flüchten. Auch Bahnfahrer waren betroffen.

Bedrohlich wirkt die Böenfront der Gewitterzelle, die am Donnerstagvormittag über Hamburg hinweg zog. dpa

Unwetterfront über Hamburg

Bedrohlich wirkt die Böenfront der Gewitterzelle, die am Donnerstagvormittag über Hamburg hinweg zog.

OffenbachEin schweres Unwetter hat am Donnerstag mit orkanartigen Sturmböen, Gewittern, Hagel und einem Tornado über dem Norden und Osten Deutschlands gewütet. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben, der 50-Jährige wurde in der Nähe von Uelzen in Niedersachsen in einem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. In den betroffenen Regionen kam der Zugverkehr teilweise zum Erliegen, in Magdeburg gab es nach Angaben der städtischen Werke eine Reihe von Stromausfällen. Am frühen Abend zogen Sturm und Gewitter nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vom Norden Deutschlands Richtung Osten, vor allem Sachsen-Anhalt und Brandenburg waren demnach betroffen.

Der DWD berichtete, Meteorologen der Luftfahrtberatung hätten in Hamburg den typischen „Luftschlauch“ eines Wirbelsturms gesichtet. Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich sagte, es habe sich um einen schwachen und nur kurzlebigen Wirbel von wenigen Minuten mit wenig „Bodenkontakt“ gehandelt.

Auch eines der größten Musikfestivals Deutschlands war vom Unwetter betroffen: Besucher beim „Hurricane“ in Scheeßel bei Bremen flohen kurzzeitig in ihre Autos. Nach dem kurzen heftigen Unwetter warnte der DWD für den Abend vor weiteren Gewittern. Der Veranstalter bat anreisende Gäste, möglichst erst am Freitag zu kommen. „Am Abend und in der Nacht drohen im Norden weiterhin Gewitter mit Hagel und Starkregen“, sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert.

So verhält man sich richtig bei Blitz und Donner

Grundregeln

Im Sommer können Gewitter recht heftig ausfallen. Wichtig ist, dass man einige Grundregeln beherzigt und dass man sich an den verschiedenen Orten, an denen man sich gerade befindet, richtig verhält.
Quelle: Wort & Bild Verlag - Baby und Familie

Schutz suchen

So wie ein Gewitter aufzieht, sollte man unbedingt ein festes Gebäude aufsuchen.

Häuser

In einem Haus mit Blitzableiter ist man recht sicher.

Elektrische Geräte

Allerdings sollte man während eines heftigen Gewitters keine elektrischen Geräte benutzen, und am besten man nimmt die Geräte sogar vom Netz.

Bad und Telefon

Während des Gewitters sollte man nicht duschen oder baden und nur schnurlose Telefone benutzen.

Draußen

Hinhocken, Füße eng zusammen stellen, Hände um die Beine legen, Kopf einziehen, damit man so wenig Fläche wie möglich für einen Blitzschlag bietet.

Vorsicht vor Metall

Auf keinen Fall sollte man metallische Gegenstände anfassen, wie Fahrrad oder Regenschirm, denn die können einen Blitz anziehen.

Auto

Bei Gewitter ist man im Auto gut geschützt, denn die Karosserie fungiert als Faraday'scher Käfig und leitet den Blitzeinschlag in den Boden ab.

Wohnwagen

Das Gleiche gilt auch für Wohnmobile und für Wohnwagen, die auch aus einer Karosserie aus Metall bestehen.

Fenster schließen

Alle Fenster, Schiebedächer und Dachluken müssen geschlossen sein, aber das macht man ja sowieso, da es bei Blitz und Donner meistens auch kräftig regnet.

Kinder beruhigen

Und wenn die Kinder nachts Angst bei Gewitter Angst haben, sollte man den Nachwuchs mit ins Bett nehmen. Das beruhigt und aus der bedrohlichen Situation wird eine entspannte.

Sturmschäden mit großen Verwüstungen registrierte die Feuerwehr beispielsweise im Kreis Harburg südlich von Hamburg. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt. Jedoch seien Dächer abgedeckt und Bäume umgeknickt worden. In der Gemeinde Fliegenberg sei eine Schafherde mit 20 bis 30 Tieren unter umgestürzten Bäumen begraben worden, zahlreiche Tiere seien verendet.

Wegen des Unwetters ging für viele Bahnreisende in den betroffenen Gebieten nichts mehr: Umgestürzte Bäume legten beinahe alle ICE-Strecken im Norden lahm. Die Strecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Bremen-Hannover und Hannover-Wolfsburg-Berlin wurden unterbrochen.

Und auch auf Autobahnen gab es Probleme: Auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover warnte die Verkehrsmanagementzentrale vor Gefahr durch umgestürzte Bäume. Ein umgestürzter Baum bremste auch den Verkehr auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen aus.

Amateuraufnahmen zeigen Gewitter-Spektakel

Blitzeinschläge in Berliner Fernsehturm

Amateuraufnahmen zeigen Gewitter-Spektakel: Blitzeinschläge in Berliner Fernsehturm

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Im Süden und Südwesten dagegen schwitzten die Menschen bei rekordverdächtiger Hitze und Tropen-Feeling. In einigen Orten Baden-Württembergs wurden um 15.30 Uhr Temperaturen um die 35 Grad gemessen. Doch für den späteren Abend rechneten die Meteorologen auch dort mit Unwettern. Es könne Starkregen und Wind mit Orkanböen geben.

Das gelte weiterhin auch für viele andere Teile Deutschlands, vor allem den Norden und Osten. „Das wird uns auch noch abends und in der Nacht beschäftigen“, sagte Meteorologe Ruppert. Erst in den frühen Morgenstunden werde das Unwetter voraussichtlich abklingen.

Von

dpa

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