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13.01.2010

12:58 Uhr

Glatte Straßen

Kommunen können Eisfreiheit nicht mehr garantieren

Dauerfrost und Straßenglätte bereiten den Kommunen in Deutschland immer mehr Probleme. Vielerorts wird das Streusalz knapp. Die Stadt Wilhelmshaven in Niedersachsen will vom kommenden Montag an den Streudienst an Schulen, Sporthallen und öffentlichen Gebäuden einschränken. Der Verkehr steckt zumeist noch immer im Chaos.

Ein Straßenwärter schaufelt Streusalz in einer Lagerhalle der Autobahnmeisterei in Ratingen. dpa

Ein Straßenwärter schaufelt Streusalz in einer Lagerhalle der Autobahnmeisterei in Ratingen.

HB HAMBURG. Schnee werde zwar geräumt, Eisfreiheit könne aber nicht mehr garantiert werden, teilte die Stadt am Mittwoch mit. In Niedersachsen führte der geringe Vorrat an Streusalz dazu, dass auf der Autobahn 7 zwischen Soltau-Ost und dem Horster Dreieck nur zwei der drei Spuren gestreut wurden. Große Freude dagegen bei zahlreichen Schülern im Landkreis Harburg: Am Mittwoch fiel dort wieder der Unterricht wegen extremer Straßenglätte aus.

In den drei Kasseler Salzbergwerken von K+S wird auf vollen Touren und rund um die Uhr gearbeitet. Seit Anfang der Woche werde auch aus Resten der Kali-Produktion Streusalz hergestellt, berichtete ein Sprecher des Kasseler Unternehmens. So entstünden 30 Prozent mehr Streumittel, insgesamt 27 000 Tonnen pro Tag.

Not macht bekanntlich erfinderisch: Weil vor dem Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler in Hildesheim am Freitag das Streusalz auszugehen droht, fährt die Stadt kurzerhand per Traktor und Düngerstreuer minderwertiges Salz aus. Das billigere und noch in Massen verfügbare Salz rutsche bei den normalen Streufahrzeugen nicht durch den Trichter, sagte Stadtrat Kay Brummer.

Die durch Schnee- und Sturmtief „Daisy“ verursachten Zugausfälle auf zahlreichen Zugstrecken in Mecklenburg-Vorpommern haben ein Ende: Am Mittwoch gab die Bahn den Verkehr auf mehreren verschneiten Trassen wieder frei.

Auf schneematschiger Straße fuhr in Bayern ein 63-jähriger Landwirt in seinem Heimatort Lichtenau-Zandt mit seinem Auto gegen seine eigene Scheunenwand und kam ums Leben. Starker Schneefall sorgte in der Nacht auch im Hunsrück für Probleme: Zwei Lastwagen blieben nach Angaben der Polizei im hohen Schnee auf der Bundesstraße 327 bei Thalfang stecken und blockierten die Straße.

Der Luftverkehr an den Flughäfen Genf und Basel war am Vormittag wegen starken Schneefalls stark behindert. Mindestens 20 Flüge waren von der Schließung in Genf betroffen, wie die Flughafenleitung mitteilte. Internationale Flüge wurden zunächst über Zürich abgewickelt. Auch auf dem Flughafen Basel-Mülhausen war die Landepiste am Morgen wegen Schnees über zwei Stunden lang gesperrt. Elf Flüge wurden annulliert, zwei nach Zürich umgeleitet.

In Großbritannien sorgten neue Schneefälle wieder für ein Chaos. Mehrere Flughäfen, darunter auch London-Gatwick und City sowie der Airport in Birmingham, mussten am Mittwoch Landebahnen schließen und zahlreiche Flüge streichen. In London Heathrow fielen derweil mehr als 80 Flüge aus. Hunderten Schulen blieben wieder geschlossen. Im Bahnverkehr kam es zu massiven Verspätungen im Berufsverkehr. Fast im ganzen Land war in der Nacht zum Mittwoch Schnee gefallen, teilte der Wetterdienst mit. Auch London lag unter einer weißen Decke.

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