Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.02.2012

17:02 Uhr

Gold und Silber

US-Schatzsucher müssen Millionen-Fund abgeben

Herbe Enttäuschung für die Profi-Schatzsucher des US-Unternehmens Odyssey: Den 380 Millionen Euro schweren Fund aus einem spanischen Schiffswrack müssen sie laut Gericht an die Regierung in Madrid abtreten.

Ein Such-Schiff aus der Flotte von Odyssey. ap

Ein Such-Schiff aus der Flotte von Odyssey.

MiamiEs war ein fantastischer Schatz, den die US-Firma Odyssey an Bord eines im 19. Jahrhundert versunkenen spanischen Kriegsschiffes fand - jetzt muss das Unternehmen die mehr als 500.000 Silbermünzen und hunderte Goldstücke aber an Spanien zurückgeben. Ein Bundesrichter in Tampa im US-Bundesstaat Florida verdonnerte den kommerziellen Schatzsucher am Freitag dazu, den Schatz kommende Woche nach Spanien zurückzubringen. Die Forderung von Odyssey, die spanische Regierung solle mindestens die Lagerkosten für den Schatz - umgerechnet knapp 315.000 Euro - erstatten, wies das Gericht zurück.

Odyssey hatte das Wrack der 1804 vor Portugal versenkten „Nuestra Señora de las Mercedes“ im Mai 2007 geortet und den insgesamt 17 Tonnen schweren Schatz nach Florida gebracht, ohne Spanien zu informieren. Das Unternehmen argumentierte, das Wrack habe sich in internationalen Gewässern befunden. Spanien dagegen beharrte darauf, Anspruch auf den Schatz zu haben, weil er sich an Bord eines spanischen Kriegsschiffes befunden habe.

Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit - verständlich angesichts des geschätzten Wertes von umgerechnet 380 Millionen Euro, der den Schatz zum wertvollsten jemals an Bord eines Wracks gefundenen macht. Vergangene Woche hatte es der Oberste Gerichtshof der USA abgelehnt, das Urteil eines Gerichts niedrigerer Instanz zu kassieren, das den Schatz Spanien zusprach. Das Bundesgericht in Tampa musste nun entscheiden, wann der Schatz nach Spanien zurückgebracht werden muss.

Odyssey reagierte enttäuscht auf die Entscheidung. Die Firma erklärte, Spanien habe sich mit dem Justizerfolg keinen Gefallen getan. „Spanien war in diesem Fall sehr kurzsichtig“, erklärte Vizepräsidentin Melinda MacConnel. „Künftig wird niemand mehr Anreize haben, Unterwasserfunde anzugeben. Jeder Fund, auf den Spanien Anspruch erheben könnte, wird versteckt werden, oder schlimmer noch: eingeschmolzen oder auf Ebay verkauft.

Von

afp

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

18.02.2012, 17:23 Uhr

Tja, wenn man alles angibt wird man eben bestraft vom Staat, das sollte langsam bekannt sein.

DERRichter

19.02.2012, 04:56 Uhr

Madrid handelt wirklich kurzsichtig und auch ungerecht.
Die Tauchfirma hat viel geleistet und Spanien Kulturgüter zurückverschafft, die man ansonsten nie wieder gesehen hätte. Ein paar Millionen Euro Belohnung sollten da schon drinnen sein. In Zukunft wird es für Menschen wohl keinen Anreiz geben noch zu tauchen und Schätze hochzuschaffen.

jogo

22.02.2012, 21:48 Uhr

Das Gold gehört übrigens nicht den Spaniern, sondern wurde aus Südamerika geraubt, es müsste also den Peruanern oder Bolivianern oder Ecuadorianern zurückgegeben werden

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×