Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.10.2014

14:10 Uhr

Gouverneur geht

Massengräber, vermisste Studenten und Drogenkartelle in Mexiko

Nachdem in Mexiko 43 Studenten verschwunden waren, gab es heftige Proteste von der Bevölkerung. Der Gouverneur verlässt nun seinen Posten – der Polizeichef ist auf der Flucht. Die grausamen Verhältnisse in Mexiko.

Studenten protestieren wegen des ungeklärten Verschwindens von 43 Studenten. Der Gouverneur hat sich jetzt Urlaub genommen. dpa

Studenten protestieren wegen des ungeklärten Verschwindens von 43 Studenten. Der Gouverneur hat sich jetzt Urlaub genommen.

Mexiko-StadtNach der Protestwelle wegen der Verschleppung Dutzender Studenten und dem Fund von Massengräbern im mexikanischen Bundesstaat Guerrero lässt dessen Gouverneur sein Amt ruhen. Er lasse sich beurlauben, sagte Angel Aguirre am Donnerstag. Ein Rücktritt ist rechtlich nicht möglich. Über seine Nachfolge muss das Parlament des Staates entscheiden.

Das Verschwinden der 43 Studenten in der Stadt Iguala nach Zusammenstößen mit der Polizei am 26. September und die Entdeckung von Massengräbern hatten den 58-jährigen Aguirre immer mehr unter Druck gesetzt. Nach Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft sollen Polizisten bei den Zusammenstößen einen Studenten erschossen und in enger Zusammenarbeit mit einer lokalen Drogengang die anderen verschleppt haben.

Seitdem wurden Dutzende Leichen in Massengräbern in den Bergen um Iguala gefunden. Ob es sich dabei um die Studenten handelt, ist noch unklar. Hinter ihrer Verschleppung sollen auch der Bürgermeister der Stadt, Jose Luis Abarca, dessen Frau und der Polizeichef stecken. Abarca ist auf der Flucht.

Mexiko: Studenten setzen Regierungssitz in Guerrero in Brand

Mexiko

Studenten setzen Regierungssitz in Guerrero in Brand

Erneute Demonstrationen in Mexiko: Studenten haben den Regierungssitz in Guerrero in Brand gesetzt. Sie fordern Klarheit über die 43 vermissten Kommilitonen, die vor zwei Wochen verschleppt wurden.

Die Ereignisse von Iguala sind allerdings nur das bislang letzte Glied einer Kette von Anschlagen, Morden und Massengräbern in Mexiko. Nach wie vor haben kriminelle Gangs und Drogenkartelle in vielen Gebieten das Heft in der Hand. Die staatliche Kampagne zur Durchsetzung von Recht und Gesetz hat sich seit 2007 zu einem Krieg gegen die Organisierte Kriminalität entwickelt, dem bislang rund 100.000 Menschenleben zum Opfer fielen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×