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06.03.2006

12:34 Uhr

Grand-Prix-Vorentscheid

Spaßfraktion muss Anders und Bohlen weichen

Keine Skandale, keine Schlagzeilen - die Veranstalter des Grand-Prix-Vorentscheid gehen auf Nummer Sicher. Im Gegensatz zu den letzten Jahren ist bei dem traditionsreichen Wettbewerb dieses Mal für Nachwuchsmusiker und die Spaßfraktion kein Platz. Dafür darf man auf das Aufeinandertreffen der Ex-Modern-Talking Partner Dieter Bohlen und Thomas Anders gespannt sein.

Pop-Produzent Dieter Bohlen trifft beim Grand-Prix-Vorentscheid auf seinen Ex-Modern-Talking Partner Thomas Anders.

Pop-Produzent Dieter Bohlen trifft beim Grand-Prix-Vorentscheid auf seinen Ex-Modern-Talking Partner Thomas Anders.

HB HAMBURG. Nachdem Gracia mit ihrem 24. und letzten Platz im vergangenen Jahr für eine heftige Blamage gesorgt hatte,vermeidet die Vorentscheidung diesmal jegliches Risiko. Nicht nur, dass der für die ARD-Show zuständige Norddeutsche Rundfunk (NDR) die Zahl der Kandidaten auf lediglich drei reduziert hat. Mit Vicky Leandros, Thomas Anders und Olli Dittrichs Band Texas Lightning stellen sich zudem Profis und keine Newcomer dem Grand-Prix-Vorentscheid.

Anders als vor wenigen Jahren, als die Comedywelle über den traditionsreichen Wettbewerb geschwappt war und die Öffentlichkeit über Guildo Horn und Stefan Raab diskutierte, ist weder für die Spaßfraktion noch für Nachwuchsmusiker Platz. Sondern für „bekannte, populäre Künstler von hohem musikalischen Niveau“, betont Jan Schulte-Kellinghaus, NDR-Unterhaltungschef. Vicky Leandros (53) will mit der Ballade „Don't Break My Heart“ in ihrer griechischen Heimat den Sieg von 1972 („Aprés toi“) wiederholen. Ex-Modern-Talking Star Thomas Anders (43) könnte mit der Hymne „Songs That Live Forever“ vor allem bei seinen Fans in Osteuropa Punkte sammeln.

Das Interesse an Anders' Teilnahme heizte zwischenzeitlich ausgerechnet sein Ex-Musikpartner Dieter Bohlen an. Der Pop-Star aus Tötensen schickte als Produzent das Duo Indiggo beim rumänischen Vorentscheid ins Rennen, musste sich aber mit dem siebten Platz geschlagen geben. Dafür hat es Grand-Prix-Veteran Ralph Siegel geschafft, sich über das Ausland für das Finale zu qualifizieren. Der 60-Jährige, der Deutschland mit Nicole und dem Lied „Ein bisschen Frieden“ den bislang einzigen Sieg bescherte, schickt für die Schweiz die Formation six4one ins Rennen - unter anderem mit seinem im Vorjahr beim deutschen Vorentscheid Zweitplatzierten Marco Matias.

Siegels einstige Gewinnerin Nicole, deren eigener Triumph bald 24 Jahre zurückliegt, kritisierte das neue Konzept in Deutschland: „Mir gefällt nicht, dass nur noch drei gestandene Künstler antreten“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Den ursprünglich geplanten Auftritt im Rahmenprogramm hat sie laut Zeitung abgesagt, weil ihr Siegertitel gekürzt werden sollte. Dafür stehen zahlreiche andere Künstler auf der Gästeliste für die Gala im Deutschen Schauspielhaus: Moderator und Grand-Prix-Liebhaber Thomas Hermanns präsentiert - am „schönsten Tag“ seines Lebens - Sieger wie die Olsen Brothers, Dana International oder Brotherhood of Man. Allein könnte der Auftritt der Kandidaten auch kaum die 90 Minuten füllen - selbst wenn neben den eigenen Songs jeweils eine Grand-Prix- Coverversion dargeboten werden muss. Und nicht zuletzt geht es beim Vorentscheid nicht nur um den Sieger: „Unterhaltung muss immer Quote bringen“, hatte ARD-Unterhaltungskoordinatorin Verena Kulenkampff im Vorfeld betont. 2005 war die Quote auf 3,56 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 11,2 Prozent) eingebrochen. Doch vielleicht verhelfen diesmal ein Hauch von Pulverdampf und Saloon zu einem erfolgreicheren Showdown. Mit „No No Never“ starten Texas Lightning das einzige Experiment zwischen den klassischen Grand-Prix-Balladen: Country- Musik gilt als exotisch beim Song-Contest - auch international.

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