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03.02.2011

14:36 Uhr

Grefrath

Mircos Eltern äußern sich zum Mord an ihrem Sohn

Seit einer Woche ist klar: Der kleine Mirco ist tot. Mit einem Gottesdienst wollen die Menschen in Grefrath Abschied nehmen. Erstmals äußerten sich Mircos Eltern über ihre Gefühle nach der traurigen Gewissheit. Es "machte sich irgendwie auch Erleichterung in mir breit - Erleichterung, dass wir nun nicht mehr zwischen Hoffen und Bangen leben müssen", sagt seine Mutter.

Das traurige Schicksal des kleinen Mirco hat viele Menschen bewegt. Am Donnerstag nimmt Grefrath in einem Gottesdienst Abschied. dpa

Das traurige Schicksal des kleinen Mirco hat viele Menschen bewegt. Am Donnerstag nimmt Grefrath in einem Gottesdienst Abschied.

HB GREFRATH. Genau fünf Monate nach Verschwinden des kleinen Mirco nehmen die Menschen in Grefrath an diesem Donnerstag Abschied von dem getöteten Jungen. Etwa 1000 Nachbarn, Freunde und Mitschüler werden am Abend zu einem Trauergottesdienst in dem niederrheinischen Städtchen erwartet. Der Westdeutsche Rundfunk zeigt den ökumenischen Gottesdienst in der Laurentius-Kirche von 18.30 Uhr an unter www.wdr.de im Internet.

In einem Gespräch mit "GEISTbewegt", einer Zeitschrift der Pfingstbewegung, erinnern sich Mircos strenggläubige Eltern an die Wochen nach dem Verschwinden ihres Sohns. "Wir wollten in den ersten Tagen am liebsten gar nicht mehr das Haus verlassen, weil wir befürchteten, einen wichtigen Anruf oder Nachricht zu verpassen", wird die Mutter in der Online-Ausgabe des Magazins zitiert.

Immer hätten ein frischgebackener Kuchen oder duftende Kekse auf dem Tisch gestanden. "Damit auch Gebackenes da ist, wenn der Mirco wieder nach Hause kommt." Nach Festnahme von Olaf H. habe sich auch Erleichterung breitgemacht, "dass wir nun nicht mehr zwischen Hoffen und Bangen leben müssen", sagte die Mutter, die außer Mirco noch einen Sohn und zwei Töchter hat. Den mutmaßlichen Mörder Olaf H. bezeichnet die Mutter als "belasteten Menschen, der nicht wusste, wohin mit seiner Last". "Er muss wohl im wahrsten Sinne des Wortes vom Teufel geritten worden sein", sagte die Frau.

Wann die Ermittler Mircos Leiche freigeben, ist noch unklar. Die Beerdigung soll "in den nächsten Wochen" im engsten Kreis sein, wie es aus der freikirchlichen Christengemeinde Krefeld hieß - zu ihr gehört die Familie von Mirco. In einem Online-Kondolenzbuch der Pfingstbewegung fanden sich am Donnerstagmittag Hunderte Einträge. "Die Frage nach dem Warum bleibt", schrieb dort zum Beispiel eine Familie aus Sachsen.

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