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21.03.2012

14:15 Uhr

Großeinsatz in Toulouse

Kontakt zu Terrorverdächtigen wieder hergestellt

Nach einem Schusswechsel belagern ein Einsatzkräfte der Polizei ein Haus in Toulouse. Darin verschanzt: Der Hauptverdächtige im Fall der Mordserie. Die Polizei will ihn lebend - doch er hat die Verhandlungen abgebrochen.

Attentäter in der Falle

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Attentäter in der Falle: Amateurvideo zeigt Sondereinsatzkommando

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Toulouse/ParisDie Mordserie von Toulouse steht vor der Aufklärung. Die Polizei hat nach Angaben von Innenminister Claude Guéant den vermuteten Täter gestellt, der sich am Mittwochmittag noch in einem Mehrfamilienhaus verschanzt hielt. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einem dem Terrornetz Al Kaida nahe stehenden Extremisten handeln. Er hatte am Morgen mit Schüssen aus automatischen Waffen zwei Polizisten verletzt, als sich diese der Wohnung näherten. Im Austausch gegen ein Telefon übergab er der Polizei später einen Colt - die mögliche Tatwaffe bei den Morden an insgesamt sieben Menschen in Südfrankreich.

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Das von der Polizei umstellte, aber erst gegen Mittag evakuierte Mehrfamilienhaus befindet sich in einem ruhigen Wohnviertel der südfranzösischen Stadt. Von dort aus berichtete auch Minister Guéant.

Präsident Nicolas Sarkozy und Innenminister Claude Guéant erklärten, der Mann solle lebend gefasst werden, damit er sich vor Gericht verantworte. Sarkozy warnte vor Rachegedanken und einer Vermengung von Religion und brutalem Extremismus.

Der mutmaßliche Täter hatte sich nach den Schusswechseln gegenüber einem Polizisten offenbart. Bevor er die Kommunikation gegen Mittag wieder abbrach, betonte der Mann nach Angaben von Minister Guéant, er stehe dem Terrornetzwerk Al Kaida nahe. Er sei als „Mudschahedin“ in Afghanistan und Pakistan gewesen sei und habe den gewaltsamen Tod von palästinensischen Kindern rächen wollen. Er habe auch ein Zeichen gegen die französische Militär-Präsenz in Afghanistan setzen wollen.

Der französischen Polizei ist es jedoch am frühen Mittwochnachmittag gelungen, den Kontakt zum mutmaßlichen Serienmörder von Toulouse wieder herzustellen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine den Ermittlungen nahe stehende Quelle.

Der Verdächtige habe über ein Waffen-Arsenal verfügt, unter anderem in einem nahe der Wohnung geparken Auto, erklärte Guéant. „Er hat aber weitere Waffen, darunter eine Kalaschnikow, eine Uzi und diverse Feuerwaffen.“

Er sei der Täter, der drei Soldaten sowie einen Lehrer und drei Kinder einer jüdischen Schule erschossen habe, betonte Guéant: „Dieser Mann hat bereits mehrere Straftaten auf französischem Boden begangen, einige mit Gewalt (...) Er spricht viel, er ist dabei, seinen gesamten kriminellen Weg zu erzählen.“

Mehrere Personen aus seinem Umfeld wurden festgenommen, darunter waren die beiden Schwestern und Brüder sowie die Mutter des Mannes. Ein Bruder sympathisiere mit den extremistischen Salafisten, sagte der Innenminister. Der Minister betonte jedoch, dass der Verdächtige bei seinen Taten allein gehandelt habe. Die Geheimdienste hätten ihn schon seit längerem beobachtet.

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