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10.02.2012

16:44 Uhr

Großer Fang

Spaniens Polizei fasst serbischen Mafiaboss

Der spanischen Polizei ist ein spektakulärer Fang gelungen. Den Ermittlern ging der serbische Mafiapate Luka Bojovic ins Netz, der 2003 in die Ermordung von Serbiens Regierungschef Djindjic verwickelt gewesen sein soll.

Die Polizei nahm Bojovic und seine drei Komplizen in diesem Lokal in Valencia fest. dpa

Die Polizei nahm Bojovic und seine drei Komplizen in diesem Lokal in Valencia fest.

MadridLuka Bojovic, mit Abstand der wichtigste serbische Mafiapate, ist in Spanien verhaftet worden. Der 38-Jährige sei am Vortag in einem Restaurant in der östlichen Küstenstadt Valencia festgenommen worden, berichtete die spanische Polizei am Freitag in Madrid. Bojovic soll auch Gangstern zur Flucht verholfen haben, die in die Ermordung des ersten freigewählten serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic im März 2003 verwickelt gewesen sein sollen.

Bojovic (Ganovenname „Bäcker“) war seit 2010 auf der Flucht und wurde von Serbien mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er soll mehr als 20 Morde in Serbien, den Niederlanden und Spanien verübt haben. Auch der serbische Innenminister Ivica Dacic bestätigte die Festnahme des Chefs des sogenannten Zemunclans. „Der Zemunclan existiert nicht mehr“, sagte Dacic nach der Festnahme.

Der Clan agierte seit den 90er Jahren unter dem politischen Schutz des damaligen Autokraten Slobodan Milosevic in Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten als Staat im Staate. Mord, der groß angelegte Handel mit Menschen, Waffen und Drogen sowie Prostitution waren sein Tagesgeschäft. Zuletzt wollte der Clan auch politische Macht erringen und organisierte die Ermordung von Djindjic.

Gemeinsam mit Bojovic wurden auch noch drei andere hochkarätige mutmaßliche Verbrecher festgenommen. Die vier Männer sollen von ihrem besten Freund verraten worden sein, meldete am Freitag die größte serbische Zeitung „Blic“. Das Justizministerium erwartet nach eigener Darstellung, dass die Festgenommenen schon bald nach Serbien ausgeliefert werden.

Von

dpa

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