Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.10.2013

14:41 Uhr

Gruseltour in Detroit

Auf den Spuren von Mördern und Gespenstern

Detroit – da denkt jeder zuerst an Autos made in USA. Und vielleicht daran, dass die Stadt unlängst pleitegegangen ist. Aber Blut und Spuk? Ein Unternehmen lädt Touristen zu einer Gruseltour ein.

Karin Risko führt Gruselfreunde durch die dunklen Ecken von Detroit. ap

Karin Risko führt Gruselfreunde durch die dunklen Ecken von Detroit.

DetroitEs wird dunkel in Detroit. Eine Frau mit einem schwarzen Kapuzenumhang und einer Laterne in der Hand führt mehr als zwei Dutzend Leute durch die Innenstadt. Ihre Begleiter hören gebannt dem zu, was sie zu erzählen hat. Nein, es geht nicht um die Geschichte von Detroit als Motor City, als Amerikas Hauptstadt der Autobauer.

Auch nicht darum, dass Detroit im Bundesstaat Michigan unlängst zur bisher größten Stadt der USA wurde, die Insolvenz anmelden musste. Es geht um Mord, Blut, Gespenstisches und Geheimnisvolles, so richtig zum Gruseln. Und dazu passt natürlich das schwarze Cape.

25 Dollar (gut 18 Euro) kostet die „Notorious 313 True Crime & Ghost Tour“. Es geht um, wie der Name sagt, berüchtigte, wahre Verbrechen in dieser Stadt plus Gespenster-Geschichten als Garnitur - zum Gruseln und zum Schmunzeln. Das Rezept geht auf. Die Touren sind meistens ausverkauft.

Aber nicht jeder Einwohner findet das gut. Es sei ein geschmackloser Versuch, aus den Verbrechen Kapital zu schlagen, die diese Stadt plagten, sagen Kritiker. Schließlich wird Detroit manchmal auch abfällig „Murder City“ genannt. Es gehört zu den Städten mit der höchsten Mordrate in den USA. 386 wurden im letzten Jahr registriert, 54,6 pro 100.000 Einwohner - das liegt weit über dem nationalen Durchschnitt. Generell habe die finanzielle Pleite der Stadt schon genug negative Publicity gebracht, sagen die Tour-Gegner.

Dabei sind derartige Sightseeing-Ausflüge natürlich keine neue Idee. In London etwa kann man sozusagen auf den Spuren von Jack The Ripper wandeln, in Milwaukee auf denen von Serienmörder Jeffrey Dahmer. In Los Angeles führen Touren dorthin, wo Prominente diese Welt verließen, etwa durch Drogenüberdosen.

Karin Risko, die Betreiberin und Führerin der Tour in Detroit, greift indessen nur Ereignisse auf, die schon länger zurückliegen. Die Geschichten, auf denen sie die Grusel-Führungen aufbaut, reichen von den 1700er bis zu den 1990er Jahren. Was erst kürzlich Schlagzeilen machte, fasst sie nicht an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×