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07.12.2012

01:54 Uhr

Guatemala

McAfee quittiert Asyl-Ablehnung mit Ohnmacht

Trickreiche Flucht, Paranoia-Vorwürfe, Ohnmachtsanfall: Der Software-Pionier John McAfee will sich in Belize nicht in einem Mordfall befragen lassen. Guatemala lehnte seinen Asylantrag ab - und er landete im Krankenhaus.

Noch in seiner Zelle für Asylbewerber saß McAfee am Computer. Reuters

Noch in seiner Zelle für Asylbewerber saß McAfee am Computer.

Guatemala-StadtGuatemala hat dem Software-Pionier John McAfee Asyl verweigert. Staatschef Otto Pérez Molina wies am Donnerstag McAfees Antrag ab. Der 67-jährige US-Amerikaner wollte der Vernehmung in Belize im Zusammenhang mit einem rätselhaften Mordfall entgehen.

McAfees Anwälte kündigten an, gegen die Verweigerung politischen Asyls in Berufung gehen zu wollen. Ein derartiges Verfahren vor dem Verfassungsgericht Guatemalas hätte womöglich zur Folge, dass McAfee noch ein bis zwei Tage in dem Land bleiben könnte.

Kurz nach Bekanntgabe der Asyl-Ablehnung fiel McAfee in Ohnmacht und wurde in das Polizei-Hospital eingeliefert. Er habe in der Nacht auf Donnerstag Schmerzen in der Brust gehabt, sagte John McAfee der Nachrichtenagentur AP. Er glaube aber nicht, dass ein Herzinfarkt die Ursache sei. Nach Angaben eines Arztes war offenbar Stress der Grund für McAfees Beschwerden.

Der guatemaltekische Präsident erklärte vor Journalisten, er habe den Asylantrag abgelehnt, weil McAfee illegal eingereist sei und auf Bildern schwer bewaffnet zu sehen gewesen sei. McAfee solle nach Belize ausgewiesen werden, erklärte Guatemalas Außenminister Harold Caballeros. Es liege dort keine Anklage gegen ihn vor, die Polizei im Nachbarland suche ihn lediglich zur Vernehmung in einem Mordfall.

McAfees Nachbar in Belize, der US-Bürger Gregory Faull, war Anfang November erschossen auf seinem Grundstück auf der Insel Ambergris Caye entdeckt worden. Seither sucht die Polizei McAfee. Der Software-Millionär flüchtete auf dem Seeweg nach Guatemala, wo er am Montag an Land ging, zwei Tage später reichte er Asylantrag ein. Nach eigenen Worten fürchtet er in Belize um sein Leben, weil er die von ihm als korrupt bezeichnete Regierung nicht länger finanziell unterstützen wolle.

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In seinem Blog beteuerte McAfee, nichts mit der Tat in San Pedro zu tun zu haben. Belizes Polizei bot er an, sich telefonisch befragen zu lassen. Zudem sei er bereit, den Premier des Landes in einem neutralen Staat zu treffen. Die Regierung Belizes bezeichnete die Äußerungen McAfees nach Medienberichten als absurd und paranoid.

Der US-Programmierer war in den 80er Jahren mit der nach ihm benannten Antivirus-Software reich geworden. 1999 nutzte er den Börsengang seiner Firma für einen lukrativen Ausstieg und ließ sich später im englischsprachigen Belize nieder. Das Land liegt nur eine Flugstunde von Miami entfernt.

McAfee war vor drei Jahren nach Belize gezogen, um weniger Steuern zu zahlen. Der "New York Times" sagte er 2009, dass von seinem Vermögen von einst 100 Millionen Dollar durch die Finanzkrise nur rund vier Millionen Dollar übrig seien. Andernorts wurde er mit den Worten zitiert, diese Darstellung "sei überhaupt nicht zutreffend".

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