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15.09.2011

13:50 Uhr

Guinness Buch der Rekorde

Von langen Fingernägeln und polygamen Volksmusikern

Ob es erstrebenswert ist, die längsten Fingernägel oder die meisten Genitalpiercings zu haben? Auf jeden Fall kommt man mit solchen Bestleistungen ins Guinness Buch der Rekorde - jetzt ist die neue Ausgabe erschienen.

LondonEin Roboter, der durch eine Arterie passt, das erste bemannte Solarflugzeug und jede Menge sportliche Bestmarken - im Guinness-Buch der Rekorde verstecken sich wahre Meisterleistungen. Besonders unterhaltsam wird es allerdings in der Kategorie, die man auch mit „Dinge, die die Welt nicht braucht“ überschreiben könnte. Denn während Technik der Zukunft und sportlicher Wettkampf noch sinnvoll erscheinen mögen, liegt die Frage nahe: Warum muss es die größte Currywurst der Welt geben? Und wer kommt auf die Idee, 51 erwachsene Menschen in ein Einzelbett zu quetschen? Antworten gibt das neue Weltrekordbuch 2012, das am Donnerstag erschienen ist.

Chefredakteur Craig Glenday ist stolz darauf, dass das Guinness-Buch, das offiziell „Guinness World Records 2012“ heißt, die nach seiner Ansicht „seltsamsten und exzentrischsten Rekorde“ vereint. „Diese Leute bringen ein bisschen Farbe in unseren Tag“, sagt er mit Blick auf die aktuellen Rekordhalter.

Das Guinness-Buch der Rekorde

Der Ursprung

Als Sir Hugh Beaver im Mai 1951 in eine Diskussion um den schnellesten Wild-Vogel in Europa verwickelt wurde und feststellen musste, dass kein Buch darüber Auskunft geben konnte, reifte ein Plan: Ein Nachschlagewerk, das solche Fragen beantwortet, könnte in den Pubs von England ziemlich gut aufgenommen werden. Mit Hilfe der Zwillinge Norris und Ross McWhirter stellte der Manager der Guinness Brauerei bis 1955 die erste Ausgabe zusammen.

Das Geschäftsmodell

Heute ist Guinness World Records eine Firma mit Sitz in London, knapp 50 Mitarbeiter kümmern sich um neue Bestleistungen. Der Name ist zudem eine eingetragene Marke. In Los Angeles steht sogar das „Hollywood Guiness Museum“, in dem Exponate zu anerkannten Rekorden gezeigt werden.

Der Tag

Seit 2005 gibt es den „International Guinness World Records Day“, an dem weltweit Rekorde gebrochen werden sollen. Bereits 2006 nahmen geschätzte 100 000 Menschen in zehn Ländern teil, 2 244 neue Rekorde sorgten für einen Anstieg von 173 Prozent gegenüber dem vorigen Jahr.

Die eigenen Rekorde

Das Guinness-Buch ist mit 100 Millionen Exemplaren inzwischen das weltweit am häufigsten verkaufte, urheberrechtlich geschützte Werk und steht daher in sich selbst. Lediglich die Bibel und der Koran wurden häufiger verkauft. Zudem wurde kein anderes Buch der Welt so oft aus Bibliotheken gestohlen.

Die Rubriken

Rekorde können in sieben Rubriken aufgestellt werden: Natur, der menschliche Körper, Wissenschaft, Architektur und Technik, Menschliche Leistungen, Kunst und Unterhaltung, Gesellschaft und Poltik sowie in Sport und Spielen.

Etwa Muhamed Kahrimanovic aus Deutschland. Er hält die Bestmarke für die meisten in einer Minute zerquetschten Bierdosen. Er schaffte es, 65 volle Bierdosen mit je einem Handkantenschlag zu bezwingen. Oder der Schweizer Walt Saine, der sich im vergangenen Jahr in Lausanne 110 Mal an den eigenen Kopf trat - niemand hat das bislang öfter geschafft, jedenfalls ist es nicht dokumentiert.

Beliebt wie immer ist auch die Kategorie seltsames Essen. Werbewirksam schuf ein Großkücheneinrichter in Wolfenbüttel im April die größte Currywurst der Welt: 175,5 Kilogramm schwer und 320 Meter lang. Für den guten Zweck backten 50 Bäckermeister in Koblenz die größte Nussecke der Erde. Sie maß an der längsten Stelle neun Meter und wog 450 Kilogramm.

Ebenfalls zu Werbezwecken nutzte ein österreichischer Trachtenmodehersteller die Guinness-Rekordtradition und stellte im August 2010 die größte Lederhose der Welt her. Das gute Stück wog 46 Kilogramm, erreichte eine Höhe von fünf Metern und eine Breite von 3,75 Meter. Sage und Schreibe 77 Quadratmeter Kuhhaut wurde dafür verwendet.

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