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04.02.2013

14:40 Uhr

Härtere Strafen

Vergewaltigern in Indien droht künftig Todesstrafe

Vergewaltiger werden in Indien zukünftig härter bestraft, ihnen droht sogar die Hinrichtung. Für die Männer, die im Dezember eine Studentin zu Tode misshandelten, beginnt indes der der Prozess.

Frau protestieren in Neu Delhi für härtere Strafen gegen Vergewaltiger. ap

Frau protestieren in Neu Delhi für härtere Strafen gegen Vergewaltiger.

Neu DelhiUnmittelbar vor Beginn des Prozesses gegen die mutmaßlichen Vergewaltiger einer 23-jährigen Studentin hat Indien die Strafen für sexuelle Gewalttäter verschärft. Das Innenministerium in Neu Delhi veröffentlichte am Montag eine entsprechende Rechtsverordnung. Demnach ist für Vergewaltiger eine Haftstrafe von mindestens 20 Jahren bis lebenslang oder die Todesstrafe vorgesehen, wenn das Opfer an den Folgen der Tat stirbt oder dauerhaft im Koma liegt. Auch wer zweimal wegen einer Vergewaltigung verurteilt wird, dem droht die Todesstrafe.

An diesem Dienstag beginnt in Neu Delhi vor einem der neuen Schnellgerichte der Prozess gegen fünf Inder wegen Vergewaltigung einer Studentin. Die junge Frau starb an den Folgen. Ihnen wird unter anderem Mord vorgeworfen. Im Vorverfahren erklärten sich die Männer für nicht schuldig. Der Fall hatte im In- und Ausland für Empörung gesorgt. In Indien begannen noch nie dagewesene Proteste und eine breite Diskussion über die Rechte der Frau.

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International hatte der Fall für Aufsehen gesorgt und landesweite Debatte ausgelöst.

Indiens Präsident Pranab Mukherjee hatte die Verordnung am Sonntag unterzeichnet, nachdem sie am Freitag vom Kabinett gebilligt worden war. Die neuen Regeln müssen innerhalb von sechs Monaten noch vom Parlament bestätigt werden. Frauenrechtsgruppen, die die Todesstrafe für alle Vergewaltiger fordern, bezeichneten die Änderungen laut der Nachrichtenagentur IANS als „großen Witz“. Vergewaltigung in der Ehe gilt trotz Empfehlung einer Expertenkommission weiterhin nicht als Straftat.

Die Angeklagten – ein Busfahrer und dessen Bruder, ein Obsthändler, ein Fitnessstudio-Trainer und ein Putzmann – gestanden kurz nach ihrer Festnahme bei der Polizei. Demnach begaben sie sich am 16. Dezember angetrunken auf eine „Vergnügungsfahrt“ mit einem Privatbus und hielten nach einem Mädchen Ausschau, wie es in dem Polizeibericht an das Gericht heißt. Ein sechster mutmaßlicher Peiniger ist erst 17 Jahre alt und kommt vor ein Jugendgericht. Ihm drohen maximal drei Jahre Haft.

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