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13.03.2014

16:58 Uhr

Haftstrafe im Steuer-Prozess

Hoeneß hat sich „selbst ans Messer geliefert“

VonCornelia Knust

Dass Uli Hoeneß völlig unvorbereitet in eine Selbstanzeige stolperte, wurde ihm zum Verhängnis. Wenn die Revision nicht fruchtet, muss er für viele Monate ins Gefängnis – und zwar nicht sofort als Freigänger.

Dreieinhalb Jahre Haft

Hoeneß-Anwälte: „Die Verteidigung wird das Urteil anfechten“

Dreieinhalb Jahre Haft: Hoeneß-Anwälte: „Die Verteidigung wird das Urteil anfechten“

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MünchenEr flüchtete in die Tiefgarage. Fußballmanager Ulrich Hoeneß verließ den Gerichtssaal sofort nach der Urteilsbegründung, seine Frau eilte ihm nach. Vor die wartenden Journalisten trat nur sein Anwalt Hanns Feigen, um zu verkünden, dass man das Urteil anfechten werde. Der Erste Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) werde dann klären, wie mit solchen „nicht idealen Selbstanzeigen“ umzugehen sei.

Zur Reaktion von Hoeneß auf die Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft bemerkte Feigen: „Begeistert war er gerade nicht“. Wie soll er es auch sein? Denn wenn der Bundesgerichtshof das Urteil nicht noch kippt, muss Hoeneß ins Gefängnis. Die Strafe ist nicht zur Bewährung ausgesetzt. Nur die Aussetzung der Untersuchungshaft auf Kaution schützt im Moment noch seine Freiheit.

Nach der Hälfte der zu tatsächlich zu verbüßenden Haftzeit kann Hoeneß zwar einen Freigängerstatus beantragen. Doch selbst wenn man alle Rabatte einbezieht, wird Hoeneß vermutlich ein knappes Jahr absitzen müssen.

Begeistert kann auch Feigen selbst nicht sein, denn er ist mit seiner Argumentation einer „knappen Verfehlung der Selbstanzeige“ baden gegangen. Richter Rupert Heindl führte in seiner Urteilsbegründung aus, die Selbstanzeige erfülle die Voraussetzungen nicht. Sie sei nicht missglückt, sondern erkennbar unwirksam. Sie habe auf der Grundlage der vorliegenden Zahlen gar nicht wirksam erstellt werden können.

Insofern sei Hoeneß nicht Opfer seiner Berater, sondern das Risiko bewusst selbst eingegangen, indem er keine Unterlagen vorbereitet habe: „Sie haben auf Zeit gespielt“, sagte Heindl. „Der Ball ist in Ihrem Feld“.

Kommentare (19)

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13.03.2014, 17:18 Uhr

Hoeneß hat sich JEDE Knastsekunde redlich verdient.
Man wünscht ihm den richtigen Knastbruder.

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13.03.2014, 17:23 Uhr

Hoeneß sollte das Urteil annehmen.Ich kann verstehen,dass er erstmal nicht in den Knast will,er versucht wahrscheinlich mit der Revision Zeit zu gewinnen ,um in Freiheit zu bleiben.
Aber wo ist gesagt,dass das neue Urteil milder ist,als das Aktuelle ? Er ist schon wieder beim Zocken,diesmal verzockt er vielleicht seine Zukunft.

Account gelöscht!

13.03.2014, 17:27 Uhr

Der Mörder von Johnny K in Berlin hat 4 1/2 Jahre bekommen, ein Kinderschänder geht in der Regel mit einer Bewährung aus dem Gerichtssal, wo ist da die Relation???

Das Urteil ist ein Skandel, auch weil es die Selbstanzeige als wertlos bezeichnet!

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