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25.10.2016

19:02 Uhr

Halloween-Streich eskaliert

14-Jähriger verletzt Horror-Clown schwer

Mit einem Hammer und einer Clownsmaske erschreckt ein 16-Jähriger eine Gruppe von Jugendlichen. Doch die Aktion geht nach hinten los: Eines der „Opfer“ zieht ein Messer – und sticht zu.

Zuerst sorgten sie vor allem in den USA für Aufsehen, inzwischen gibt es sie auch in anderen Ländern: Horror-Clowns. dpa

Horror-Clowns

Zuerst sorgten sie vor allem in den USA für Aufsehen, inzwischen gibt es sie auch in anderen Ländern: Horror-Clowns.

BerlinEin Grusel-Clown ist in Berlin mit einem Messer niedergestochen worden, nachdem er eine Gruppe Jugendlicher bedroht hatte. Der 16-Jährige mit der Clownsmaske wurde durch den Messerstich am Montagabend schwer verletzt und musste im Krankenhaus notoperiert werden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Nach der Tat stellte sich heraus, dass sich der 14-jährige Messerstecher und der vermeintliche Clown aus der Nachbarschaft kannten. Der 14-Jährige leistete noch Erste Hilfe, bevor der Krankenwagen kam. Zuletzt gab es vermehrt Übergriffe von als Clowns verkleideten Menschen.

Der Jugendliche mit der Maske war den Angaben zufolge abends mit einem Hammer in der Hand auf die Gruppe losgegangen. Der 14-Jährige zog daraufhin ein eigenes Messer und stach zu. Er wurde von der Polizei vorläufig festgenommen, dann aber seinen Eltern übergeben. Der „Berliner Zeitung“ zufolge ist der 14-Jährige wegen Körperverletzung vorbestraft. Die Polizei ermittelt nun - die Frage ist unter anderem, ob es eine Notwehrsituation war.

Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte im RBB-Sender Radio Eins: „Gestern Abend ist das passiert, was wir immer befürchtet haben, dass das Ganze eskaliert ist.“ Die Polizei rate aber davon ab, Widerstand zu leisten. „Natürlich kann man sich gegen einen Angriff wehren. Aber man muss eben auch das Augenmaß behalten. Aus unserer Sicht ist es tatsächlich besser wegzulaufen, weil so eine Sache eskalieren kann.“ Anschließend könne man die Polizei informieren.

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Sie lauern nachts hinter Büschen und sind bewaffnet: sogenannte Grusel-Clowns, die Passanten erschrecken und bedrohen. Das ist schon lange kein Spaß mehr, einige Täter müssen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Zum diesjährigen Halloween sollten die Menschen auf Clownskostüme verzichten, meinte Neuendorf. „Man sollte das dieses Jahr auslassen. Das ist etwas hochgekocht. Richtig guten Gewissens kann ich es keinem empfehlen, als Clown auf der Straße rumzulaufen.“

Die Polizeiliche Kriminalprävention von Bund und Ländern erklärte: „Auch bloßes Erschrecken kann strafrechtlich relevant sein, wenn sich Erschreckte dabei verletzen oder in lebensgefährliche Situationen geraten.“ Wer Menschen auch nur zum Schein mit Hammer, Messer oder sonstigen Gegenständen bedrohe, müsse mit Strafverfolgung rechnen.

Bundesweit registrieren die deutschen Behörden derzeit vermehrt Übergriffe und Angriffe bewaffneter Clowns. Die Täter in unheimlichen Kostümen erschrecken und bedrohen Passanten. Die gefilmten Aktionen werden häufig anschließend im Internet veröffentlicht.

Hinter diesen Attacken steckten zum Teil sadistische Absichten. Sie seien „ein völlig neues Phänomen, das Grenzen – auch strafrechtlicher Art – überschreitet“, sagte Harald Dreßing, Leiter der Forensischen Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, der Zeitung „Mannheimer Morgen“ vom Dienstag. Nach Dreßings Einschätzung sind unter den Horror-Clowns auch destruktive Menschen mit sadistischen Motiven: „In allen Beispielen wird Macht über eine andere Person ausgelebt.“ Charakteristisch sei, dass die Macht über vermeintlich Schwache wie Kinder und Ältere ausgeübt werde.

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Die Übergriffe von Grusel-Clowns machen den Zirkusprofis Sorgen. Die echten Clowns sind stinksauer, der Zirkus fürchtet ums Image. Dabei verzichten die echten Spaßmacher oft schon auf die Maskerade.

In München lief ein Grusel-Clown vergangene Woche mit einer Axt auf einen zehnjährigen Jungen zu. Auch in Österreich treiben die Clowns ihr Unwesen: Ein 19-Jähriger wurde in Tirol von drei Maskierten attackiert, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Mann war in Schwaz unterwegs, als zwei Clowns aus dem Gebüsch sprangen und auf ihn losgingen. Als der 19-Jährige flüchten wollte, stellte sich ihm ein weiterer Clown in den Weg und verletzte ihn mit einem Baseballschläger. Der Vorfall passierte in der Nacht zum Sonntag.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Paul Kersey

25.10.2016, 15:07 Uhr

Soll ich jetzt um den Clown weinen?
Wahrscheinlich geht das in unserer heutigen Gesellschaft nur genau so. Anstatt, dass die Clowns die Medienaufmerksamkeit bekommen, bekommen jetzt eben diejenigen die Medienaufmerksamkeit, die sich von den Clowns nicht einschüchtern lassen. Und das ist auch gut so, denn der erste tote oder schwerverletzte Clown wird auf die ganzen Möchtegerne, die sich nur hinter einer Horrormaske stark fühlen, sicherlich eine ziemlich abschreckende Wirkung haben. Da überlege ich mir das nämlich 2 x, ob ich ein paar Leute erschrecke, die mich dann anschließend abstechen. Over & Out!

Herr Klaus Wagner

25.10.2016, 16:50 Uhr

Wie verhält sich das denn, wenn der Clown das aus religiösen Gründen macht? Dann ist doch unmittelbar die Religionsfreiheit berührt.

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