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19.02.2013

15:36 Uhr

Hamburger Flughafen

Sicherheitskräfte streiken am Mittwoch

Nach vier Tagen Pause und Aufatmen bei den Fluggästen geht der Stress am Hamburger Airport wieder los. Tausende von Passagieren müssen mit verspäteten und gestrichenen Flügen rechnen. In NRW sind keine Aktionen geplant.

Wie am Freitag (Foto) sind auch morgen wieder tausende abfliegende Passagiere von Streik betroffen. dpa

Wie am Freitag (Foto) sind auch morgen wieder tausende abfliegende Passagiere von Streik betroffen.

HamburgDie Sicherheitskräfte am Hamburger Flughafen wollen am Mittwoch erneut den ganzen Tag die Arbeit niederlegen. Das teilte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag mit. „Das tut uns leid, lässt sich aber nicht vermeiden“, erklärte Verdi-Fachbereichsleiter Peter Bremme. Die Arbeitgeberseite spiele nach wie vor auf Zeit und dürfe sich über das Echo der Beschäftigten nicht wundern. Laut Flugplan sollen am Mittwoch 181 Maschinen vom Hamburger Airport abheben; rund 18 000 abfliegende Passagiere sind von dem neuen Streik betroffen. Der Flughafen erwartet Verspätungen und Stornierungen von Flügen.

Beschäftigte der Flughafen-Sicherheit aus Hamburg, Frankfurt, Berlin und Nordrhein-Westfalen wollen am Mittwoch in Potsdam vor dem Kongresshotel der 5. Luftsicherheitstage des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) eine Kundgebung abhalten. In Nordrhein-Westfalen, wo zuletzt an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf gestreikt wurde, sind nach Angaben von Verdi NRW für Mittwoch zunächst keine neue Aktionen an den Airports geplant.

Service für Flughäfen

Flughafen Frankfurt

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Service-Telefon: 01805 3724636

Flughafen München

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Flughafen Stuttgart

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Flughafen Leipzig-Halle

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Flughafen Münster/Osnabrück

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Fluggastrechte

Über die Rechte der Fluggäste gibt das Luftfahrt-Bundesamt im Internet unter lba.de und per Hotline unter Tel.: 0531 - 23 55 115 Auskunft.

Die rund 600 Mitarbeiter der Personenkontrolle am Hamburger Flughafen hatten bereits in der vergangenen Woche zwei Tage und im Januar einen Tag lang gestreikt und damit den Airport weitgehend lahmgelegt. Tausende von Passagieren konnten ihre Ziele nicht erreichen. Auch in Düsseldorf und auf dem Flughafen Köln/Bonn kam es zu Streiks. Die Beschäftigten in Hamburg fordern einen Stundenlohn von 14,50 Euro, der BDSW hat bislang in einem ersten Schritt 12,75 Euro und im kommenden Jahr 13,50 Euro pro Stunde geboten.

Der BDSW reagierte empört auf den neuen Streik. Im Laufe der Woche sei ein Spitzengespräch in Berlin geplant, sagte Sprecher Oliver Arning. Das sei einer der Gründe gewesen, warum die Gewerkschaft die Streiks ausgesetzt habe. „Das zeigt, dass man sich auf Verdi und die Verhandlungsführer nicht verlassen kann“, sagte Arning am Dienstag in Bad Homburg. Nun würden abermals Tausende von Passagieren in Geiselhaft genommen.

Rechte der Passagiere bei Streiks

Streichung des Fluges

Wird der Flug wegen der Arbeitsniederlegung ganz gestrichen, muss die Airline nach der EU-Verordnung für Fluggastrechte die Passagiere per Ersatzflug zum Ziel befördern. Dies dürfte unter den gegebenen Umständen kaum möglich sein. Alternativ kann der Reisende bei Annullierung des Fluges vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen. Ausgleichszahlungen braucht die Fluggesellschaft nach bislang überwiegender Ansicht nicht zu leisten, wenn sie alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um Flugannullierungen zu vermeiden.

Verspätung des Fluges

Startet die Maschine wegen des Streiks erst verspätet, haben Reisende nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung bei Abflugsverzögerungen von zwei Stunden (Kurzstrecken bis 1.500 Kilometer), drei (Mittelstrecken bis 3.500 Kilometer) bzw. vier Stunden (Langstrecken) Anspruch auf kostenlose Betreuung. So hat die Airline auf Wunsch des Reisenden für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie für notwendige Hotelübernachtungen inklusive Transfer zu sorgen. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Fluggesellschaft die notwendigen Kosten einer Übernachtung im Hotel übernehmen. Wer die Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung darauf pochen, das Geld dafür zurückzubekommen.

Flug bei einer Pauschalreise

Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, sollte sich der Urlauber an den Reiseveranstalter wenden. Auch er hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Allerdings muss dem Veranstalter in der Regel eine angemessene Frist (einige Stunden) gesetzt werden, um einen solchen Transport zu bewerkstelligen. Ist das gebuchte Flugzeug wegen des Streikes bis zu vier Stunden verspätet, gilt das nach bisheriger Rechtsprechung zum Pauschalreiserecht als bloße Unannehmlichkeit. Erst wenn der Flieger mehr als vier Stunden Verspätung hat, kann – je nach Flugstrecke – ein Reisemangel vorliegen. Dann können fünf Prozent des Tagesreisepreises für jede weitere Verspätungsstunde vom Veranstalter zurückverlangt werden. Urlauber haben außerdem die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Reisepreis zu mindern, etwa wenn Reiseleistungen ausgefallen sind.

Für den Hamburger Flughafen ist es der vierte Streiktag in diesem Jahr. Damit ist Hamburg der meistbestreikte Flughafen in dem Tarifkonflikt, der parallel auch in Nordrhein-Westfalen ausgetragen wird. Der Flughafen beklagt bereits Umsatzausfälle in Millionenhöhe, ist aber an dem Tarifkonflikt gar nicht beteiligt. „Ich bin entsetzt über die Entscheidung von Verdi, die Personenkontrollen am Hamburg Airport abermals zu bestreiken“, sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler. „Dieses Vorgehen ist untragbar und völlig unverhältnismäßig; es nimmt den Menschen ihr individuelles Grundrecht auf freie Mobilität.“

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

19.02.2013, 15:56 Uhr


ES REICHT!!!!!

Das Personal an den Passagierkontrollstellen am Hamburg Airport, die sogenannten Luftsicherheitsassistenten, sind Angestellte eines privaten Sicherheitsdienstleisters, die im Auftrag der Bundespolizei die Kontrolle der Flugpassagiere übernehmen.

WARUM BESTREIKT MAN NICHT DIE UNTERNEHMEN STATT DIE PASSAGIERE IN BEUGEHAFT ZU NEHMEN???

Dieses Vorgehen ist untragbar und völlig unverhältnismäßig. Es nimmt den Menschen ihr individuelles Grundrecht auf freie Mobilität.

Rufalto

19.02.2013, 16:56 Uhr

Eggemschwieler soll mal noch Hupen . Er ist doch derjenige der nicht mit Verdi sprechen wollte.. Und jetzt weint er in der Presse .. Frechheit

Account gelöscht!

19.02.2013, 20:28 Uhr

@Harlemjump

1. Damit man schön billig Fliegen kann, gibt man den Privaten weniger wie ein Drittel.

2. Es werden ja die dienstleistenden Unternehmen bestreikt. Der Effekt ist ja sichtbar.

3. Niemand sperrt sie ein. Sie konnen zu Fuß gehen oder mit dem Auto fahren oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder von einem anderen Flughafen fliegen.

Soweit zu ihrem inviduellem Grundrecht auf freie Mobilität.


Schönen Abend noch.

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