Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.04.2013

17:44 Uhr

Hannover Messe

„Femen“-Aktivistinnen bestürmen Putin

Sie sind Feministinnen, Aktivistinnen – und überwiegend nackt unterwegs. Die Protestgruppe „Femen“ hat am Montag versucht, den Besuch Wladimir Putins auf der Messe Hannover zu stören – in Anwesenheit der Kanzlerin.

Nackte Attacke: Eine „Femen“-Aktivisitin auf dem Weg zu Putin. dpa

Nackte Attacke: Eine „Femen“-Aktivisitin auf dem Weg zu Putin.

Oben-ohne-Protest gegen Wladimir Putin auf der Hannover Messe: Fünf Frauen, die „fuck dictator“ auf ihre Brüste geschrieben hatten, sind beim Messerundgang am Montag schreiend auf den russischen Präsidenten zugestürmt. Die „Femen“-Aktivistinnen wurden von Leibwächtern gestoppt, bevor sie Putin erreichten. Die Frauen im Alter von 18 bis 33 Jahren wurden vorläufig festgenommen und von der Polizei vernommen. Sie sollten später auf freien Fuß kommen, sagte eine Polizeisprecherin. Es werde wegen Beleidigung ermittelt.

Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten gerade den Stand von Volkswagen verlassen, als sich der Vorfall ereignete. Der russische Präsident reagierte gelassen auf die Proteste. Die Aktion habe ihm gefallen, sagte er. „Ohne eine solche Aktion würde man weniger über eine solche Messe sprechen als mit einer solchen Aktion.“ Merkel verwies auf die Demonstrationsfreiheit, kritisierte aber die Protestform: „Ob man in Deutschland zu einer solchen Notmaßnahme greifen muss und nicht anderweitig auch seine Meinung sagen kann, da habe ich meine Zweifel.“

Merkel mahnt freie Arbeit für NGO in Russland an

Video: Merkel mahnt freie Arbeit für NGO in Russland an

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Wie die Polizeisprecherin sagte, handelte es sich bei den Frauen um zwei Deutsche, zwei gebürtige Ukrainerinnen und eine gebürtige Russin. Gegen sie werde nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches wegen Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten ermittelt. Dabei handele es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt: Die Justiz verfolgt die Ermittlungen nur dann weiter, wenn der Beleidigte dies wünscht. Ob dies bei Putin der Fall ist, konnte die Staatsanwaltschaft Hannover noch nicht sagen.

Im Unterschied zu bisherigen Attacken dürften vulgäre Äußerungen der selbsternannten „Sextremistinnen“ der Gruppe „Femen“ diesmal in Putins Heimat wohl nicht zitiert werden - wegen eines am Montag in Kraft getretenen Gesetzes. Danach können Kraftausdrücke in russischen Medien mit bis zu umgerechnet 5000 Euro bestraft werden, teilte der Kreml mit.

Von

dpa

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

08.04.2013, 19:12 Uhr

Putins Reaktion
=============
"Der Präsident reagierte sofort hämisch, grinste und hielt die Daumen wie zur Ermunterung nach oben. Später reduzierte er den Protest der Frauen auf die Körper, indem er sagte, er habe gar nicht erkennen können, "ob sie blond oder braun" waren, und machte die Aktivistinnen lächerlich: Man müsse ihnen dankbar sein, denn ohne solche Auftritte würde über die Messe weniger gesprochen."

Der Punkt ging an Putin.
Und die "Femen" kann man vergessen!

Der_Realist

08.04.2013, 20:34 Uhr

Wie auf dem Foto zu erkennen, ging die Sache nach hinten los: Putin hat die Aktion gefallen, vermutlich waren die Damen auch noch nett anzusehen.

Rus

08.04.2013, 20:55 Uhr

Merkwürdige Fraktion diese Femen innerhalb der feministischen Bewegung, die doch sonst sofort auf die Barikaden geht, wenn irgendwo "sexistisches" passiert, wie jüngst bei Herrn Brüderle. Und nun zeigen sie ihre Brüste gratis , um offenbar Putin zu verwirren.
Dem hat´s aber gefallen und er nimmt die Sache mit Humor.
Warum sollte er auch nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×