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27.08.2011

19:26 Uhr

Haushalte ohne Strom

Hurrikan „Irene“ wütet die US-Küste entlang

Hurrikan „Irene“ hat die US-Ostküste erreicht und lässt prompt die Muskeln spielen. Hunderttausende sind ohne Strom und Wasser, weite Küstenabschnitte gleichen einem Trümmerfeld. In New York steigt die Nervosität.

Hurrikan „Irene” tobt an US-Ostküste

Video: Hurrikan „Irene” tobt an US-Ostküste

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Morehead City/New YorkMit Sturzfluten vom Himmel und schweren Böen fegt der gigantische Hurrikan „Irene“ seit Samstag über die US-Ostküste und lehrt New York das Fürchten. Der Wirbelsturm der Kategorie 1 wird am Sonntag in der Millionenmetropole erwartet, wo die Behörden mit Überflutungen rechnen. Am Samstag herrschte in der „Stadt, die niemals schläft“ gespenstische Ruhe, Supermarktregale waren von Hamsterkäufen der Menschen vielerorts leer geräumt. An der gesamten Atlantikküste erwarten die Behörden massive Folgen für Millionen von Menschen. So seien „erhebliche Stromausfälle“ zu befürchten, sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano. „Irene“ bleibe nach wie vor „ein großer und gefährlicher Sturm“. Das Ausmaß der Schäden werde wohl erst nach und nach deutlich.

Im Bundesstaat North Carolina, wo das Auge des gigantischen Sturms am Samstagmorgen bei Cape Lookout auf Land getroffen war, riss der Sturm nach den Worten von Gouverneurin Beverly Perdue mindestens einen Menschen in den Tod. Bei hunderttausenden Menschen fiel der Strom aus.

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

An der Küste des Staates überfluteten massive Regenfälle und Sturmfluten zahllose Straßenzüge. Sturmböen rissen Schilder los, zerfetzten Fahnen sowie Überlandleitungen und knickten Strommasten um. Zehntausende Menschen hatten sich zuvor im Landesinneren in Sicherheit gebracht. Dem US-Fernsehsender ABC zufolge wurden landesweit mehr als 24.000 Flüge gestrichen.

„Irene“ hatte mit Windgeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern die Ostküste erreicht, nachdem der Hurrikan von Kategorie zwei auf Kategorie 1 herabgestuft worden war. Experten warnten jedoch davor, den Wirbelsturm auf seinem weiteren Weg Richtung Norden deshalb zu unterschätzen. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von einem weiterhin „lebensbedrohlichen Sturm“.

Neben der Millionenmetropole wird der Hurrikan auch in US-Großstädten wie Baltimore, Philadelphia und Washington D.C. zu spüren sein. In der US-Hauptstadt gingen am Samstagmittag (Ortszeit) erste kräftige Regenfälle nieder. Dort und in mindestens zehn Bundesstaaten war zuvor vorsorglich der Notstand ausgerufen worden. Nach Angaben des US-Senders CNN sind von „Irene“ rund 65 Millionen Menschen betroffen - das ist rund ein Fünftel der gesamten US-Bevölkerung.

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Kommentare (3)

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Wolf

27.08.2011, 15:34 Uhr

90000 Haushalte ohne Strom,ich kann das Gejammer jedes Jahr nicht mehr hören. In einem Gebiet welches regelmäßig von solchen Naturgewalten heimgesucht wird, sollte man es doch vieleicht mal mit Erdkabel versuchen und nicht die billigen und anfälligen Freileitungen pflegen.

leser

27.08.2011, 15:54 Uhr

Man macht sich als Mensch schon noch mitunter Gedanken.

zb. darüber, weshalb die sich tea"Party" nennen.

Das muß ja für die eine gans gwaltige Tea-Party sein, die die anstreben.

nevertheless: die wollen "Baumwolllzupfer" noch zu "gleichberechtigten Negern" erklären.

Was für eine Party, die man sich da anzusehen hat.

Account gelöscht!

27.08.2011, 16:40 Uhr

Nicht "gans", das heißt Truthahn.

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