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28.01.2009

12:45 Uhr

Hausverbot für Amtsbruder

Bistum Regensburg sperrt Holocaust-Bischof aus

Nach der Leugnung des Holocaust durch den umstrittenen Bischof Richard Williamson hat der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller seinem britischen Amtsbruder Hausverbot erteilt. Müller habe bei einer Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag die Äußerungen Williamsons als „menschenverachtend“ bezeichnet, teilte die Diözese am Mittwoch mit.

Gegen Williamson, der zu der erzkonservativen Bruderschaft Pius X. gehört, ermittelt die Regensburger Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung. Foto: dpa dpa

Gegen Williamson, der zu der erzkonservativen Bruderschaft Pius X. gehört, ermittelt die Regensburger Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung. Foto: dpa

HB REGENSBURG. Müller warf dem 67-Jährigen auch „Gotteslästerung“ vor. Williamson stehe damit außerhalb der katholischen Kirche.

Das von Bischof Müller ausgesprochene Hausverbot erstreckt sich auf alle Kirchen und Gebäude der ostbayerischen Diözese. Es hat allerdings mehr symbolischen Charakter, da das Zentrum in Zaitzkofen bei Regensburg, wo Williamson in einem Interview die Existenz von Gaskammern in der NS-Zeit abgestritten hatte, nicht Müllers bischöflichem Ordinariat untersteht.

Gegen Williamson, der zu der erzkonservativen Bruderschaft Pius X. gehört, ermittelt die Regensburger Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung, weil er in einem Fernsehinterview die Ermordung von sechs Mio. Juden in den Nazi-Gaskammern bestritten hat. Vor wenigen Tagen hatte Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation von Williamson und drei anderen Bischöfen der Piusbruderschaft rückgängig gemacht. Insbesondere von jüdischen Organisation wurde dies scharf kritisiert. Vor Müller hatten sich auch die Deutsche Bischofskonferenz und der Münchner Erzbischof Reinhard Marx von Williamson distanziert.

Der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und ehemalige bayerische Kultusminister Hans Maier (CSU) forderte den Papst auf, sich zu Williamson zu äußern. „Es ist auf jeden Fall Gefahr in Verzug“, sagte Maier dem Bayerischen Rundfunk. Die Affäre um die Piusbruderschaft könne zu massiven Turbulenzen in der Kirche führen, das Verhältnis der Katholiken zum Judentum sei gefährdet.

Der Vatikan hat die Exkommunikation der vier Bischöfe aufgehoben, um nach einem jahrzehntelangen Streit die Bruderschaft wieder in die Kirche zurückzuführen. Rom hat Kritik an dieser Entscheidung zurückgewiesen. Über die Äußerungen von Williamson müsse auf einer anderen Ebene gerichtet werden, sagte ein Vatikansprecher. (Der Radiobeitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor.

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