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11.09.2013

17:59 Uhr

Havarie

Wird die „Costa Concordia“ nächste Woche aufgerichtet?

Noch liegt die „Costa Concordia“ auf der Seite, nächste Woche könnte das Wrack allerdings aufgerichtet werden. Es ist der schwierigste Moment der Bergungsaktion – ob das Schiff die Belastungen übersteht, ist unklar.

Nach Angaben der Techniker ist unsicher, ob das Wrack den Belastungen beim Aufrichten standhalten kann. ap

Nach Angaben der Techniker ist unsicher, ob das Wrack den Belastungen beim Aufrichten standhalten kann.

RomDas Wrack der havarierten „Costa Concordia“ könnte in der kommenden Woche aufgerichtet werden. „Für uns ist der 16. September das erste mögliche Fenster“, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzamts, Franco Gabrielli, am Mittwoch. Fast 20 Monate nach dem Unglück steht der schwierigste Moment der komplexen Bergungsaktion vor der italienischen Insel Giglio bevor. Das genaue Datum für die Aktion werde erst kurz vorher festgelegt, sagte Gabrielli. Das Aufrichten soll zehn bis zwölf Stunden dauern.

Während dieser Zeit wird der Schiffsverkehr rund um die Insel unterbrochen, auch das Wetter muss gut sein. Trotzdem ist nach Angaben der Techniker unsicher, ob das Wrack den enormen Belastungen standhalten wird. Rund 500 Experten arbeiten rund um die Uhr an der Bergung, die mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten soll. Anfang 2014 soll der 290 Meter lange Kreuzfahrtriese in einen Hafen am italienischen Festland geschleppt und dort verschrottet werden.

Fragen und Antworten zum Costa-Concordia-Prozess

Was wird Schettino vorgeworfen?

Schettino muss sich wegen einer ganzen Reihe mutmaßlicher Straftaten verantworten. Ihm werden fahrlässige Tötung und Körperverletzung, Havarie, unterlassene Kommunikation mit den Behörden und das Verlassen des Schiffes während dessen Evakuierung vorgeworfen.

Ist er der einzige Angeklagte?

Voraussichtlich wird Schettino der einzige Angeklagte in dem Prozess sein. Fünf weitere Beschuldigte hatten in den Voranhörungen Deals mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt, die eine direkte Verurteilung ohne Beweisaufnahme vorsehen. Das Gericht muss aber noch entscheiden, ob es dieses Vorgehen zulässt oder den Beschuldigten in einem normalen Verfahren der Prozess gemacht wird.

Wie lange dauert der Prozess?

Das Gericht hat zunächst fünf Verhandlungstage für den Juli angesetzt – wann es danach weitergeht, ist noch offen. Wegen eines Anwaltsstreiks in Italien wird sich der Prozessbeginn verzögern und auf den 17. Juli verschoben. Weitere Termine könnten dann nach der Sommerpause im Herbst folgen und das Verfahren sich über mehrere Monate hinziehen, bevor die entscheidende Phase ansteht.

Wann ist mit einem endgültigen Urteil zu rechnen?

Nach einem möglichen erstinstanzlichen Urteil ist auch eine Berufung möglich, weshalb bis zu einem rechtskräftigen Urteil Jahre vergehen könnten.

Wer nimmt noch an dem Verfahren teil?

Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere mit Sitz in Genua tritt als Nebenkläger auf. Sie fordert Schadenersatz für den Verlust ihres Schiffes, wollte sich aber vorab nicht zu ihren Erwartungen äußern. Auch die Gemeinde Giglio ist als Nebenkläger zugelassen. „Wir erwarten vor allem, dass die Wahrheit gefunden wird und dass der schlimme Schaden anerkannt wird, den die Insel Giglio erlitten hat“, sagte Sprecher Cristiano Pellegrini. Die Kommune fordere daher mindestens 80 Millionen Euro Schadenersatz.

Haben die Opfer schon Schadensersatzzahlungen erhalten?

Die meisten deutschen Betroffenen haben bereits Entschädigungen von etwa 11 000 Euro angenommen. Mehr als 100 Opfer streiten noch in den USA um höhere Summen. Sie wollen Entschädigungen von jeweils mindestens 100 000 Dollar (etwa 77 000 Euro) bekommen. Auch in dem Prozess in Grosseto wollen einige Überlebende und Opferangehörige als Nebenkläger auftreten.

Seit mehr als 600 Tagen liegt das Wrack auf einem Felsen vor der Küste der Insel. Es war im Januar 2012 mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf gekentert. 32 Menschen starben, darunter 12 Deutsche. Der Prozess gegen Unglückskapitän Francesco Schettino wird am 23. September im toskanischen Grosseto fortgesetzt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.09.2013, 18:41 Uhr

Das Schiff ist doch irgendwie inzwischen wie die EU und der Euro! Es ist eigentlich egal, ob das Schiff bei den Kosten und Sorgen gehoben wird oder nicht.

Immerhin dient das Schiff jetzt noch als Riff für die Zukunft..., im Gegensatz zum Euro erfüllt es also noch einen Zweck.

Okay, die EU-Bauten in Brüssel, Straßburg und Co können auch noch als Lebensraum für Höhlenbrüter dienen..

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