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21.01.2012

16:05 Uhr

Havarierte „Costa Concordia“

Rettungskräfte bergen weitere Leiche

Medienberichten zufolge wurde aus dem Wrack der „Costa Concordia“ eine weitere Leiche geborgen. Unterdessen suchen die Rettungskräfte weiter nach Überlenden - die Hoffnungen schwinden aber zunehmend.

Rettungskräfte nähern sich dem Wrack des Kreuzfahrtschiffs. dapd

Rettungskräfte nähern sich dem Wrack des Kreuzfahrtschiffs.

Giglio/BerlinDie italienischen Rettungskräfte haben Medienberichten zufolge eine weitere Leiche aus dem Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ geborgen. Bei dem Opfer handle es sich um eine Frau, hieß es in einer Meldung der Nachrichtenagentur ANSA. Die Nationalität wurde zunächst nicht genannt. Damit starben bei dem Unglück mindestens zwölf Menschen, 20 weitere, mehr als die Hälfte von ihnen Deutsche, werden noch vermisst.

Die Rettungskräfte setzen unterdessen ihre Suche nach Überlebenden im Wrack fort - allerdings ohne große Hoffnung. „Wir bräuchten schon ein Wunder“, sagte der Sprecher der Küstenwache, Cosimo Nicastro, zuletzt der Nachrichtenagentur AFP. Auch wenn es in dem Wrack irgendwo noch Luft gebe, sei es wegen der niedrigen Temperaturen unter der Meeresoberfläche unwahrscheinlich, noch Überlebende zu bergen.

Der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, erklärte, die Lage sei „unglaublich komplex“. Trotzdem soll der Rettungsaktion vor der westitalienischen Insel Giglio „keine Zeitgrenze“ gesetzt werden. Die Rettungskräfte seien dabei, Karten des Schiffs zu erstellen, in denen auf der Grundlage von Zeugenberichten die letzten bekannten Bewegungen der noch vermissten Menschen eingezeichnet würden, sagte Gabrielli. Daraufhin solle dann gezielt an bestimmten Stellen in dem Wrack gesucht werden.

Costa Concordia: Suche geht weiter

Video: Costa Concordia: Suche geht weiter

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Nach der Ausrufung des Notstands für die Region am Freitag übergab die Küstenwache die Verantwortung vor Ort an den Zivilschutz. Das Schiff, das zuletzt in tieferes Gewässer abzurutschen drohte, lag offiziellen Angaben zufolge zuletzt weiter stabil vor Giglio. Dort war es vor einer Woche am späten Freitag mit mehr als 4200 Menschen aus 60 Staaten an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert. Taucher setzen unter Wasser seit Tagen unter anderem Sprengladungen ein, um in unzugängliche Teile des Wracks vorzudringen.

Das Auswärtige Amt teilte am Samstag in Berlin mit, Deutschlands Botschafter in Italien, Michael Gerdts, sei nach Giglio gereist, um vor Ort „möglichst schnelle Aufklärung zu unterstützen“. Eine von der Zeitung „Bild am Sonntag“ veröffentlichte Studie des Instituts Emnid ergab, dass mit 51 Prozent eine knappe Mehrheit der Deutschen wegen des Unglücks der „Costa Concordia“ derzeit keine Kreuzfahrt buchen würde.

Kommentare (1)

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Novaris

22.01.2012, 06:50 Uhr

Handelsblatt :"Bislang habe die Schiffssicherheit beim Weltverkehrsforum kaum eine Rolle gespielt. Das Unglück der „Costa Concordia“ gibt aus Sicht des Ministeriums jedoch Anlass, auch diese Fragen „verstärkt in den Fokus zu rücken“
Das ist richtig. Mehr Schiffssicherheit bedeutet weniger Wirtschaftlichkeit und in diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Konstruktion eines Kreuzfahrtschiffes und hier der Schiffsstabilität.
Die "Costa Concordia" hatte relativ schnell große Schlagseite, die zur Kenterung führte.
War der vom Wassereinbruch betroffene Bereich mit Schotts gesichert ?
Hätte die Schlagseite durch Gegenfluten von Schiffsraum verhindert werden können ?
Es ergeben sich im Hinblick auf die Sicherheitsausstattung des Schiffes viele Fragen, die unbedingt zufriedenstellend beantwortet werden müssen; denn vom gleichen Bautyp sind z.Zt. noch 2 weitere Kreuzfahrtschiffe in Betrieb.
Ein noch größeres Unglück konnte wohl nur dadurch verhindert werden, dass die "Costa Concordia" auf Grund gesetzt und dadurch eine Durchkenterung - verbunden mit dem möglichen Tod des größten Teiles der Passagiere und der
Crew - verhindert wurde.



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