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09.09.2012

18:30 Uhr

Havariertes Unglücksschiff

„Flaminia“ macht in Deutschland fest

Nachdem Experten für die Umwelt Entwarnung gaben, legte das Containerschiff am Sonntag in Wilhelmshaven an. Das Schiff selbst ist offenbar nur noch Schrott. Nun stehen wochenlange Bergungsarbeiten an.

Schaulustige beobachten den havarierten Containerfrachter "Flaminia" am Pier des Tiefwasserhafen JadeWeserPort. dpa

Schaulustige beobachten den havarierten Containerfrachter "Flaminia" am Pier des Tiefwasserhafen JadeWeserPort.

Berlin/WilhelmshavenDas havarierte und mit Gefahrgut beladene Containerschiff "MSC Flaminia" ist 57 Tage nach einem Feuer an Bord in Wilhelmshaven eingetroffen. Am frühen Sonntagabend machte das Unglücksschiff im Jade-Weser-Port fest. Das Manöver verlief laut Havariekommando bei spiegelglatter See reibungslos.

In den kommenden Tagen werden demnach weitere Untersuchungen an Bord durchgeführt. Wenn das geschehen ist, wird die Staatsanwaltschaft nach dem vermissten Seemann suchen. Erst anschließend kann mit der Entladung des Schiffes begonnen werden.

MSC Flaminia: Havariertes Schiff auf dem Weg nach Deutschland

MSC Flaminia

Havariertes Schiff auf dem Weg nach Deutschland

Auf Kurs in Richtung Helgoland: Die „MSC Flaminia" ist auf dem Weg in die Deutsche Bucht. Das Mitte Juli havarierte Containerschiff befindet sich mittlerweile in einer stabilen Lage. Experten wollen es genau untersuchen.

Dem Havariekommando zufolge werden die Arbeiten wohl Wochen dauern. Weil sich mehrere Länder - darunter Großbritannien, Frankreich und Spanien - wegen der unklaren Gefahrenlage weigerten, die "Flaminia" aufzunehmen, ist auch eine politische Debatte über den Umgang mit Havaristen in Gang gekommen.

Am Samstagmorgen war die "Flaminia" in deutschen Gewässern eingetroffen. Fachleute hatten nach einer Inspektion an Bord Entwarnung für die Umwelt gegeben. "Derzeit geht keine Gefahr von der Ladung aus. Auch die Luft auf dem Schiff ist nicht belastet. Lediglich im Laderaum wurden noch Kontaminationswerte gemessen", sagte Jens Rauterberg von der Einsatzleitung des Havariekommandos.

Die fast 300 Meter lange "Flaminia" ist nach einem Feuer und mehreren Explosionen stark beschädigt. Zum Unglück war es am 14. Juli auf der Fahrt von Charleston im US-Staat South Carolina nach Antwerpen auf dem Atlantik gekommen. Ein Seemann starb, ein weiterer wird noch vermisst. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 23 Menschen an Bord, neben fünf Deutschen auch Polen und Philippiner. Unter den etwa 3.000 geladenen Containern sind auch rund 150 mit gefährlichen Stoffen beladen. Diese waren von den Explosionen nicht betroffen gewesen. 70 Container sind komplett ausgebrannt.

Die Sprecherin der Reederei NSB aus Buxtehude, Bettina Wiebe, warnte noch am Samstag vor "hysterischen Reaktionen". Die Ladung sei vorschriftsgemäß gelagert gewesen. Zudem sei noch völlig unklar, wie es zu dem Brand gekommen sei und ob er durch einen gefährlichen Stoff ausgelöst worden sei.

Kommentare (1)

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Rasti

09.09.2012, 19:00 Uhr

Wenn es in Wilhelmshaven bereits einen Tiefwasserhafen gibt, der offensichtlich leicht angesteuert werden kann, braucht Deutschland doch sicher keinen weiteren in Hamburg!

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