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18.07.2012

13:34 Uhr

Heiligt Satire alle Mittel?

„Titanic“ legt Widerspruch gegen Papstcover-Verbot ein

Das Satiremagazin „Titanic“ hat offiziell Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung gegen ihr Papst-Titelbild eingelegt. Benedikt XVI. will das Cover unbedingt verschwinden lassen – und hat Hunderte Unterstützer.

„Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer will sich die Papst-Satire nicht verbieten lassen. Reuters

„Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer will sich die Papst-Satire nicht verbieten lassen.

BerlinDer Rechtsstreit zwischen dem Satiremagazin „Titanic" und Papst Benedikt XVI. geht in eine neue Runde: Die Zeitschrift legte wie angekündigt Widerspruch gegen die vom Papst erwirkte einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg gegen ihr aktuelles Titelbild ein, wie Chefredakteur Leo Fischer am Mittwoch in Frankfurt am Main sagte.

Der Deutsche Presserat erhielt unterdessen bisher gut 160 Beschwerden gegen das Cover. Der Beschwerdeausschuss des Presserates werde voraussichtlich am 27. September darüber entscheiden, sagte Sprecherin Edda Kremer in Berlin.

Die Beschwerden seien vor allem von Privatleuten gekommen, es seien aber auch katholische Organisationen darunter. Kritisiert werde unter anderem die Verletzung der Persönlichkeitsrechte, der Menschenwürde oder der Würde des Amtes, sagte Kremer.

Das umstrittene Cover der Juli-Ausgabe zeigt Papst Benedikt XVI. mit einem gelben Fleck auf der Soutane. Auf dem Titel heißt es in Anspielung auf den „Vatileaks"-Skandal um den Verrat von Interna: „Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!". Auf der Rückseite wird der Papst von hinten mit braunem Fleck und dem Kommentar „Noch eine undichte Stelle gefunden!" gezeigt.

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