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23.03.2012

14:29 Uhr

Hilfsorganisation

Pirmin Spiegel ist neuer Chef bei Misereor

Vom Missionar zum Chefposten bei Misereor: Pirmin Spiegel übernimmt nach 14-jähriger Arbeit in Brasilien eine der größten kirchlichen Hilfsorganisationen weltweit.

Neu-Misereor-Chef Pirmin Spiegel ist gebürtiger Pfälzer. dpa

Neu-Misereor-Chef Pirmin Spiegel ist gebürtiger Pfälzer.

AachenDer Pfarrer Pirmin Spiegel ist neuer Chef des bischöflichen Hilfswerks Misereor. Der 54-Jährige trat am Freitag die Nachfolge von Josef Sayer an, der die Altersgrenze erreicht hatte. Spiegel ist nach Angaben des katholischen Hilfswerks ein in der Entwicklungszusammenarbeit erfahrener Priester. Er arbeitete 14 Jahre lang in Brasilien, in erster Linie als Missionar. Misereor ist eine der größten kirchlichen Hilfsorganisationen weltweit. Spiegel wird als Vertreter der bestehenden liberalen Ausrichtung von Misereor gewertet.

„Wir sind uns sicher, dass Sie Ihre Aufgabe mit Leidenschaft, mit Zorn und Zärtlichkeit wahrnehmen werden“, sagte der in der Deutschen Bischofskonferenz für das Hilfswerk zuständige Erzbischof Werner Thissen (Hamburg) bei der Einführung in Aachen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, würdigte den scheidenden Sayer in einem Brief für dessen „selbstlosen Dienst an den Armen“.

Sayer forderte die deutschen Bischöfe auf, in Rom auf eine Lockerung der Zölibatspflicht zu drängen. „Warum tun sich unsere Bischöfe nicht endlich zusammen und drängen „viri probati“ - erprobte verheiratete Männer - als Priester zuzulassen“, sagte Sayer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag) mit Blick auf Gemeindefusionen in deutschen Bistümern. Es sei ein Kurzschluss, Gemeindegrößen an der schnell abnehmenden Zahl der Priester auszurichten.

Spiegel ist Sohn eines Winzers und kommt aus dem pfälzischen Dorf Großfischlingen an der Weinstraße. Zwischen zwei Brasilien-Aufenthalten hatte er als Gemeindepfarrer im Bistum Speyer gearbeitet.

Zwischen seiner Arbeit in Lateinamerika und der neuen Aufgabe gebe es große Zusammenhänge, sagte Spiegel bei seiner Einführung. Er werde seine Arbeit zusammen mit den Armen und aus deren Perspektive machen. „Diese Armen sind Träger einer anderen notwendigen Welt mit ihrer Lebenshaltung, ihren Werten, ihren Sehnsüchten, ihrer Art und Weise, Beziehung zu leben.“

Von

dpa

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