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08.08.2011

15:46 Uhr

Hilfsorganisationen

Deutsche spenden weiter für Ostafrika

Die Spendenbereitschaft der Deutschen für Ostafrika ist ungebrochen. Bislang haben Hilfsorganisationen rund 64 Millionen Euro gesammelt. Bis zum Jahresende wird für die hungernden Menschen eine Milliarde Euro benötigt.

Somalische Kinder bekommen in einem Flüchtlingslager Haferbrei. Quelle: Reuters

Somalische Kinder bekommen in einem Flüchtlingslager Haferbrei.

BerlinDie Spendenbereitschaft der Deutschen für die Opfer der Hungersnot in Ostafrika ist vier Wochen nach den ersten Aufrufen ungebrochen. Allein bei den drei großen Hilfsorganisationen-Bündnissen in Deutschland und ihren Mitgliedern gingen bislang mehr als 64 Millionen Euro an Spenden ein, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd ergab. „Nach einem eher verhaltenen Spendenaufkommen in den ersten drei Tagen konnten wir eine positive Entwicklung der Spendenbereitschaft beobachten“, sagte die Geschäftsführerin von Aktion Deutschland Hilft (ADH), Manuela Rossbach, in Bonn. Die ADH hat gemeinsam mit den Partnerorganisationen bereits mehr als 16 Millionen Euro gesammelt.

Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer vom Bündnis Entwicklung Hilft (BEH) Peter Mucke: „Von einer Spendenmüdigkeit der Menschen in Deutschland kann keine Rede sein.“ Bisher habe das Bündnis 7,4 Millionen Euro an Spenden eingenommen. Seine Mitgliedsorganisationen hätten zusammen zusätzliche 14,89 Millionen Euro erhalten. Beim Aktionsbündnis-Katastrophenhilfe, zu dem der Caritasverband und das Deutsche Rote Kreuz gehören, gingen nach eigenen Angaben bislang mehr als 25,7 Millionen Euro ein.

Chronik der Hungersnot

20. Juli

Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) ruft für das Horn von Afrika die höchst mögliche Alarmstufe für eine Ernährungskrise aus. 11,3 Millionen Menschen sind demnach von der Hungersnot betroffen. Im Blickpunkt sind neben Somalia auch die Nachbarländer Dschibuti, Äthiopien, Kenia und möglicherweise Eritrea.

22. Juli

Die UN weiten ihre Hilfe für die Hungernden am Horn von Afrika nach eigenen Angaben aus. In der südsomalischen Region Gedo werden 175.000 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt. Auch in die Region Afgoye und in die somalische Hauptstadt Mogadischu werden Hilfsmittel geliefert.

27. Juli

Als erstes Flugzeug einer UN-Luftbrücke landet eine Maschine mit zehn Tonnen Nahrungsergänzungsmitteln an Bord in der somalischen Hauptstadt Mogadischu.

29. Juli

Die Vereinten Nationen fahren mit den Hilfslieferungen inmitten schwerer Kämpfe in Mogadischu fort. Dort liefern sich Soldaten der Afrikanischen Union (AU) und Extremisten der Al-Shabab-Miliz heftige Gefechte, nachdem diese versucht hatten, die Hilfe zu blockieren.

30. Juli

Das Technische Hilfswerk (THW) entsendet ein Erkundungsteam nach Ägypten, das das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) beraten und Möglichkeiten für eine Unterstützung durch das THW prüfen soll.

 

03. August

Die UN erklären drei weitere Regionen in Somalia zu Zonen des Hungers. 3,2 Millionen Somalier benötigen demnach Soforthilfe zum Überleben, nach US-Angaben sind mehr als 29.000 Kinder an den Folgen von Unterernährung gestorben. Die Hungersnot wird voraussichtlich in den nächsten vier bis sechs Wochen auf alle Regionen Südsomalias übergreifen und bis Dezember anhalten.

04. August

Das politische Chaos in Somalia verschlimmert die Situation der hungernden Bevölkerung immer weiter. Somalische Regierungssoldaten erschießen nach Zeugenaussagen sieben Flüchtlinge, nachdem eine Gruppe von Hungernden über eine Lebensmittellieferung hergefallen war. Die mit Al-Kaida in Verbindung stehende Al-Shabab-Miliz verbietet zudem in ihrem Herrschaftsgebiet die Arbeit aller Hilfsorganisationen mit Ausnahme des Roten Kreuzes und hindert die Menschen an der Flucht.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) kündigt an, seine Hilfe für die Dürreregion in Somalia mehr als verdoppeln zu wollen. Die zusätzlichen finanziellen Mittel sollen demnach vor allem Tausenden Kindern zugutekommen, die in der Region unter Hunger und Gewalt leiden.

05. August

Äthiopien eröffnet nach UN-Angaben ein viertes Lager für bis zu 15.000 vor der Hungerkatastrophe in Somalia fliehende Menschen. Derzeit leben die Flüchtlinge in dem völlig überfüllten Transitzentrum Dollo Ado im Osten Äthiopiens.

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