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12.12.2012

10:46 Uhr

Hippie-Ikone

Beatles-Freund Ravi Shankar gestorben

Er war eine Ikone der Hippie-Bewegung, enger Freund von Beatle George Harrison und Vater von Pop-Star Norah Jones: Jetzt ist der indische Sitar-Spieler Ravi Shankar in Kalifornien gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

Der 92-jährige Ravi Shankar bei einem Konzert in Bangalore, Indien. Shankar  brachte indische Musik in den Westen. dapd

Der 92-jährige Ravi Shankar bei einem Konzert in Bangalore, Indien. Shankar brachte indische Musik in den Westen.

Neu-DelhiEr war eine Ikone der Hippie-Bewegung, ein enger Freund von Beatle George Harrison und der Vater von Pop-Star Norah Jones: Jetzt ist der indische Sitar-Spieler Ravi Shankar in Kalifornien gestorben. Er wurde 92 Jahre alt. Das Büro des indischen Ministerpräsidenten bestätigte den Tod Shankars und bezeichnete ihn als „Nationalheiligtum“.

Im Laufe seiner acht Jahrzehnte umspannenden Karriere brachte Shankar dem westlichen Publikum die traditionelle indische Musik - die sogenannten Ragas - näher. Bereits in den 1950er Jahren arbeitete er mit Größen wie dem Jazz-Saxophonisten John Coltrane zusammen und füllte später Konzerthallen in Europa und den USA. George Harrison, der von Shankar die Kunst des Sitar-Spielens erlernte, nannte ihn einst den „Paten der Weltmusik“. Die Freundschaft mit dem Beatle war es auch, die ihn international zum Star machte. Unter anderem spielte Shankar später auch am Eröffnungstag des Woodstock-Festivals.

Mit der Hippie-Kultur selbst konnte sich der Inder aber nie recht anfreunden und sprach sich immer wieder gegen Drogen und die Rebellion der Flower-Power-Generation aus. „Ich war geschockt, dass alle so extravagant gekleidet sind. Die waren alle stoned. Für mich war das eine neue Welt“, sagte er dem „Rolling Stone“ auf dem Monterey-Festival im Jahr 1967.

Ravi Shankar (re.) mit Beatle George Harrison in Los Angeles im August 1967. dapd

Ravi Shankar (re.) mit Beatle George Harrison in Los Angeles im August 1967.

Im Jahr 1979 brachte die Konzertpromoterin Sue Jones seine Tochter Norah zur Welt, die später selbst ein Popstar werden sollte. Norah Jones lernte ihren Vater allerdings erst viel später kennen, da ihre Eltern den Kontakt abgebrochen hatten.

Shankar gewann drei Grammys und war für den Film „Gandhi“ auch für einen Oscar nominiert. Er starb am Dienstag in San Diego. Nach Angaben seiner Stiftung hatte er an einer Erkrankung der oberen Atemwege und Herzproblemen gelitten und hatte sich erst vergangene Woche einer Operation unterzogen, bei der eine Herzklappe ersetzt worden sei.

Von

dapd

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