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29.03.2016

15:19 Uhr

Hirnschlag

Roger Cicero mit 45 Jahren gestorben

Der Jazz-Sänger Roger Cicero ist tot. Er starb völlig unerwartet an den Folgen eines Hirnschlags. Roger Cicero hat den deutschsprachigen Swing salonfähig gemacht. Er wurde nur 45 Jahre alt.

Der Jazz-Sänger wurde nur 45 Jahre alt.

Roger Cicero

Der Jazz-Sänger wurde nur 45 Jahre alt.

HamburgDie Scheinwerfer sollten gerade wieder angehen für den Mann, der sich mit Swing, Charme und Hut in die Herzen seiner Fans gesungen hat – jetzt ist Roger Cicero tot. Mit gerade mal 45 Jahren gestorben nach einem Hirninfarkt. Familie, Fans und Kollegen stehen unter Schock. Auch wenn schwere Wochen hinter Cicero lagen, er wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung für eine lange Zeit alle Termine abgesagt hatte: Die große Bühne wartete wieder auf „Mr. Swing“. Gleich zwei seiner Projekte wurden für einen Echo nominiert, im April wollte er wieder Konzerte geben. „Er hatte sich unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee gefreut“, berichtete das Management, das am Dienstag mitteilte, dass der Sänger am Donnerstag vor Ostern gestorben ist.

Cicero hatte den deutschsprachigen Swing salonfähig gemacht. Seit rund zehn Jahren gehörte er zu den Stars der hiesigen Musikszene. Mit seiner Mischung aus Pop, Jazz und Swing, gewürzt mit frechen und amüsanten Texten, traf er den Nerv der Deutschen. Sein Album „Männersachen“ (2006) eroberte die Charts, er gewann den Musikpreis Echo als bester Rock/Pop-Sänger (2007).

Kurz danach ruhten alle deutschen Hoffnungen beim Eurovision Song Contest (ESC) auf ihm und seinem Lied „Frauen regier'n die Welt“. Im Finale im Mai 2007 in Helsinki landete er zwar nur auf Platz 19. Doch jemand wie er konnte dem auch Positives abgewinnen: „Die Empörung über den 19. Platz war so groß, dass ich in aller Munde war“, sagte er später mal. „Das hat mir sehr geholfen.“

Denn Cicero kannte auch andere Zeiten. Bis zu seinen „Männersachen“ war der Sohn des Jazz-Pianisten Eugen Cicero außerhalb der Jazz-Szene kaum bekannt. Dabei hatte er schon mit zwölf Jahren seinen ersten Bühnen-Auftritt, später studierte er Musik in den Niederlanden und finanzierte mit Clubauftritten sein Leben.

Die Begegnung mit Texter Frank Ramond und Komponist Matthias Hass – beide schon mit Annett Louisan erfolgreich – verhalf ihm zum Durchbruch. Mit Swing und Wortspielereien entdeckte er eine Nische, der Song „Zieh die Schuh aus“ katapultierte ihn in die Hitparade. „Dass das so einschlägt, hat uns selbst überrascht. Nicht mal die Strategen in der Plattenfirma wussten, welche Zielgruppe wir erreichen können“, sagte er mal.

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