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02.07.2015

14:46 Uhr

Hitzewelle bewegt soziale Netzwerke

„Heute einen Ventilator besorgen ist wie Christbaumkauf am Heiligabend"

VonJohannes Steger

39 Grad und es wird noch heißer: In Deutschland steigen die Temperaturen. Auch in den Sozialen Netzwerken ist die Hitze Dauerthema. Stein des Anstoßes: der Ventilator. Und in der Bahn wird wieder geschwitzt.

Die Temperaturen in Deutschland steigen und steigen: Das beschäftigt natürlich auch die Sozialen Netzwerke. dpa

Hitzewelle in Deutschland

Die Temperaturen in Deutschland steigen und steigen: Das beschäftigt natürlich auch die Sozialen Netzwerke.

DüsseldorfIm Smalltalk gilt: Wer nicht weiß, worüber er sonst reden soll, der spricht einfach über das Wetter. Da kann schließlich jeder mitreden. Wenn dann noch eine Hitzewelle über Deutschland hereinbricht, ist der Gesprächsverlauf gesichert. Und was für den Smalltalk gilt, ist in den Sozialen Netzwerken ähnlich. Bei Temperaturen mit bis zu 39 Grad kann schließlich jeder mittweeten. Und so entwickelt sich gerade das Hashtag Hitzefilme zum Trending Topic auf Twitter - das Umdichten bekannter Filmtitel, das sich bereits während des Bahnstreiks großer Beliebtheit erfreute. Aus dem Hitchcock-Klassiker „Das Fenster zum Hof“ wird dann:

Und aus dem US-Satirefilm „Männer, die auf Ziegen starren“ wird hitzegerecht:

Apropos Klimaanlage, wer sich nicht von der abkühlen lassen kann, ist hoffentlich am Badesee oder hat einen Ventilator zur Hand - auch der wird zum viel verwendeten Hashtag. Ohne die Windmaschine dürfte es im Großraumbüro ziemlich drückend werden. Twitterer @VolkerBonacker reicht da der Tischventilator nicht mehr:

Wer sich dagegen noch nicht mit einem eingedeckt hat, der dürfte heute Probleme bekommen, meint zumindest Twitterer @Andreas Weber:

Ganz ohne Ventilator müssen Pendler auskommen. Die vertrauen auf die Funktionsfähig der Klimaanlage ihres jeweiligen Fortbewegungsmittels. Aber Klimaanlage und Deutsche Bahn, da war doch was: Im Schnellzug ICE fielen immer mal wieder die Klimaanlagen aus. Die Bahn musste daraufhin hohe Summen an Entschädigung bezahlen. Manch ein Zugreisender dürfte also wieder bangen, dass die Bahnfahrt zum Saunaerlebnis wird.

Auf der Facebook-Seite der Deutschen Bahn finden sich bereits Beschwerden. So schreibt Nutzer Rainer S.: „Liebe Bahn, wozu reserviere ich die doppelt so teure 1. Klasse, um dann vor so einem roten Absperrband mit der Aufschrift „air conditioning not working - this carriage must not be used.“ zu stehen? Auch im Großraumwagen ist es knallig warm. Das hilft bei der Vorbereitung von Geschäftsterminen nicht wirklich. Interessiert Sie das eigentlich?“ Die Bahn entschuldigt sich und weist darauf hin, dass der Wagen zur Sicherheit nicht besetzt worden sei. Auch Tom K. sitzt in einem Zug von Heidelberg nach Bremen und moniert via Facebook eine defekte Klimaanlage. Nutzer Dovah K. schreibt: „Kann es sein das die RBs wie z.b. die rb48 keine Klima haben? Und wenn doch, arbeiten die auf Ultra-Untertouren. Und zum Hinweis "Bahnpersonal ansprechen", hier ist keines. Es sei denn der Lokführer hat spontan Bock auf'n Besuch. Klima hin oder her, aber die Fenster bei so einer Hitze abzuschließen ist ne absolute Frechheit. Kann froh sein, dass der Zug relativ leer ist.“ Und tatsächlich: Die Mitarbeiter des Social-Media-Teams weisen darauf hin, dass noch nicht allen Züge des Regionalverkehrs mit Klimaanlage ausgerüstet worden sind, ein Öffnen der Fenster aber möglich sein solle. Zehn Oberlichter später vermeldet Dovah K: „Waren alle verschlossen“ und einen Zugbegleiter habe er auch nicht gefunden. Wer also derzeit im Regionalverkehr unterwegs ist, sollte sich also mitunter ein Hemd zum Wechseln einpacken.

Leider birgt aber auch die Meldung „Amtliche Mitteilung: Heute ab 14 Uhr deutschlandweit Hitzefrei!“ keine Hoffnung für hitzegeplagte Pendler und unklimatisierte Arbeitnehmer. Die Ankündigung kommt leider vom „Postillon“, aber zumindest hat Twitter so noch ein weiteres Hashtag zur Hitze hinzugewonnen.

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