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25.01.2012

13:57 Uhr

Hochstapler

Mordprozess gegen falschen „Rockefeller“

Jahrelang gab sich ein Deutscher in den USA als Nachkomme der Rockefeller-Dynastie aus. Weil er seine Tochter entführt hat, sitzt der 50-Jährige im Gefängnis. Nun kommt auch ein Mordprozess auf ihn zu.

Christian Karl Gerhartsreiter: ein deutscher US-Immigrant unter Mordverdacht. dapd

Christian Karl Gerhartsreiter: ein deutscher US-Immigrant unter Mordverdacht.

Los AngelesEin als „falscher Rockefeller“ bekannter deutscher Hochstapler muss in Kalifornien wegen Mordvorwürfen vor Gericht. Nach einer mehrtägigen Anhörung in Los Angeles gab ein Richter am Dienstag grünes Licht für einen Prozess gegen den 50-Jährigen. 27 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden eines kalifornischen Ehepaares brachte die Anklage nach Ansicht des Richters genügend Beweise vor, um den Mann vor Gericht zu stellen. Laut einem Bericht der „Los Angeles Times“ soll er am 9. Februar vor den Haftrichter treten.

Der Mann war bereits im vergangenen März wegen Mordes angeklagt worden. Im Juli hatte er auf „nicht schuldig“ plädiert. Der Fall dreht sich um das Verschwinden eines jungen Ehepaares im Jahr 1985. Damals soll der Deutsche im kalifornischen Gästehaus von Linda und Jonathan Sohus gewohnt haben. Die Leiche des Mannes wurde 1994 zufällig bei Bauarbeiten im Garten des Hauses gefunden. Von der Frau fehlt weiterhin jede Spur. Dank neuer DNA-Untersuchungsmethoden waren die Ermittlungen wieder ins Rollen gekommen.

In den letzen fünf Tagen waren Zeugen zu Wort gekommen, die mit dem Deutschen in den 80er Jahren Kontakt hatten. Ein Ehepaar sagte aus, der Mann habe ihnen einen Teppich mit Blutflecken verkaufen wollen. Eine Ex-Freundin berichtete, dass er sich die Haare gefärbt und einen neuen Namen zugelegt habe, als ihm Ermittler auf die Spur gekommen seien.

Der aus Bayern stammende Mann sitzt bereits im Gefängnis. Er war 2009 wegen Entführung seiner Tochter in Boston nach einem Sorgerechtsstreit zu mindestens vier Jahren Haft verurteilt worden. Jahrelange hatte er sich als „Clark Rockefeller“, Nachfahre der legendären amerikanischen Industriellen-Dynastie, ausgegeben und sich so Zugang zu wohlhabenden Kreisen in den USA verschafft.

 

Von

dpa

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