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04.06.2013

11:54 Uhr

Hochwasser

Das große Zittern in Ostdeutschland

Das Rekord-Hochwasser bedroht Zehntausende. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ist die Lage besonders dramatisch. An der Elbe droht der Scheitelpunkt der Flut am Wochenende. Kanzlerin Merkel sagte Hilfen zu.

Die Elbe bei Königstein in Sachsen: Steigende Pegel sorgen für Überflutungen. Entspannung ist dort noch nicht in Sicht. dpa

Die Elbe bei Königstein in Sachsen: Steigende Pegel sorgen für Überflutungen. Entspannung ist dort noch nicht in Sicht.

Die braunen Fluten überschwemmen weiterhin viele Orte in Süd- und Ostdeutschland. Die Flüsse verwandeln ganze Regionen in Seenplatten. Besonders stark betroffen war nach wie vor Passau mit dem schlimmsten Hochwasser seit einem halben Jahrtausend. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Vormittag die überschwemmte Stadt in Bayern besucht. Die Kanzlerin will sich vor Ort ein Bild von der Lage in den deutschen Hochwasserregionen machen. Sie sagte bereits Soforthilfen in Höhe von 100 Millionen Euro zu. Von Bayern reist sie ins sächsische Pirna weiter, am frühen Nachmittag ist ein Besuch in Greiz in Thüringen geplant. Auch dort sind tausende Menschen vom Hochwasser betroffen.

Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper forderte den Bund zu Unterstützung auf. „Wir erwarten schnelle, umfassende und unbürokratische Hilfe", sagte er in Passau. Dupper fügte hinzu: „Wir erwarten uns Geld." Vor Ort gibt es aber bereits einen Lichtblick: Dort hatte die Donau am Montagabend ihren Scheitelpunkt bei einem vorläufigen Messwert von 12,89 Metern erreicht. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt fällt der Wasserspiegel seither um mehrere Zentimeter pro Stunde. Bis zum Nachmittag soll der Pegelstand auf zehn Meter zurückgegangen sein.

Die Stadtwerke hatten dort die Trinkwasserversorgung in der Stadt gekappt – denn durch das Flusswasser droht eine Verunreinigung. Der Strom war abgestellt. Auch die Festnetz-Telefone funktionierten nicht mehr. In Regensburg dagegen verschärfte sich die Lage in der Nacht.

Ganz anders ist die Lage weiter nordostwärts: Sachsen-Anhalt erwartete im Laufe des Tages eine höhere Flutwelle als beim historischen Katastrophenhochwasser im Jahr 2002. Die Pegelstände vieler Flüsse stiegen unaufhörlich. Katastrophenalarm wurde auch in Magdeburg ausgerufen. Er galt zudem weiter in den Städten Halle, Dessau-Roßlau sowie im Kreis Anhalt-Bitterfeld und im Burgenlandkreis.

Ratschläge für Hochwassergeschädigte

Verunreinigte Lebensmittel noch essen?

Vom Verzehr unzureichend verpackter Lebensmittel raten wir Ihnen ab. Überlegen Sie auch, ob Sie in Ihrem Keller oder in anderen Lagerräumen Giftstoffe (Rattengift, Pflanzenschutzmittel etc.) aufbewahrt haben und lassen Sie diese Räume gegebenenfalls durch die Feuerwehr oder eine Fachfirma abpumpen, so daß das verunreinigte Wasser sicher entsorgt werden kann. Geben Sie der Feuerwehr oder der Entsorgungsfirma Hinweise auf die enthaltenen Giftstoffe!

Wenn der Heizölkeller voll Wasser steht

Den Keller leer zu pumpen ist erst dann sinnvoll, wenn das Hochwasser abgeflossen und der Grundwasserpegel ausreichend abgesenkt ist. Sind auf der Wasseroberfläche nur Ölschlieren erkennbar, kann das Wasser ohne weitere Maßnahmen ins Freie gepumpt werden - vorzugsweise in den nächsten Kanaleinlauf. Bei einer deutlichen Ölschicht auf der Wasseroberfläche sollte das Abpumpen der Feuerwehr überlassen werden, die über Geräte verfügt, um Wasser und Öl zu trennen. Gleiches gilt, wenn im Keller außer Öl auch andere wassergefährdende Stoffe wie z.B. Pflanzenschutzmittel, Rattengift und ähnliches gelagert wurden, oder wenn ölverunreinigter Schlamm möglicherweise nach Leerpumpen des Kellers zurückbleibt.

Bitte verwenden Sie kein Ölbindemittel ohne Absprache mit der Feuerwehr und achten Sie auf die ordnungsgemäße Entsorgung! Es erschwert das Abpumpen und kann Schäden an den Pumpen anrichten. Nach dem Leerpumpen den Keller gut lüften. Öl, das in Bauteile aus Beton, Ziegel, Holz usw. eingedrungen ist, beeinträchtigt nicht deren Festigkeit.

Was tun bei Ölschlämmen und Öldämpfen im Haus?

Ausgelaufenes Heizöl verursacht erhebliche Geruchsbelastungen, die in der Regel jedoch keine gesundheitliche Gefährdung bedeuten. Von einem längeren Aufenthalt in unbelüfteten Räumen, insbesondere Kellerräumen, raten wir jedoch ab. Was ist zu tun? Nicht rauchen, kein offenes Feuer! Lüften mit starkem Luftaustausch. Öl absaugen (in der Regel nur durch Fachkräfte möglich!). Ölbindemittel, Emulgatoren sollten nur zur Beseitigung kleinerer Rückstände und zur abschließenden Reinigung in Gebäuden verwendet werden. Bitte beachten Sie: Beim Einsatz von Ölbindemitteln ist in geschlossenen Räumen Brand- und Explosionsgefahr nicht auszuschließen. Falls Sie derartige Mittel einsetzen wollen, schalten Sie die örtliche Feuerwehr ein.

Schaden Öldämpfe im Freien der Gesundheit?

Öldämpfe im Freien können eine intensive Geruchsbelastung darstellen, gefährden in aller Regel jedoch nicht die Gesundheit. Behördliche Messungen, die vorgenommen wurden, haben keine Hinweise auf eine gesundheitliche Gefährdung erbracht.

Was tun bei Öldreck im Garten und auf dem Feld?

Häufig wird in den Bereichen, die vom Hochwasser überflutet waren, Hof und Garten mit einem dünnen Ölfilm überzogen sein. Im allgemeinen werden nur geringe Ölmengen in die oberste Bodenschicht eingedrungen sein, die bis zum Herbst abgebaut sein dürften. Sie werden keine dauerhafte Nutzungseinschränkung verursachen. Ist der Boden aber erkennbar mit Öl getränkt oder mit einer dicken Ölschlammschicht bedeckt, sollten Sie sich mit Ihrem Landratsamt, Ihrer kreisfreien Stadt bzw. dem Amt für Landwirtschaft über einen Abtrag des belasteten Bodens und die Art seiner Entsorgung abstimmen.
Gartenböden sollen aber in regelmäßigen Abständen - etwa alle 2-3 Wochen - 5 bis 10 cm tief umgegraben werden, um für ausreichende Luftzufuhr zu sorgen; zur Beschleunigung des Abbaus von Mineralöl können Hilfsstoffe (z.B. Biocrack) eingesetzt werden. Gras, Grünfutter sind als Restmüll zu entsorgen und eignen sich nicht zum Kompostieren. Komposthaufen: der Komposthaufen sollte umgesetzt werden, der kontaminierte Kompost in diesem Jahr nicht mehr in den Boden eingearbeitet werden.

Sandkästen, Kinderspielplätze: sichtbar verunreinigter und nach Öl riechender Sand muß ausgetauscht werden. Gartenteiche: bei einem dünnen Ölfilm auf dem Gartenteich kann der Abbau durch Zugabe von Biocrack beschleunigt werden. Falls Öl auf dem Wasser aufschwimmt, muß es von der Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk abgepumpt werden. Danach ist der Teich zu reinigen und neu zu befüllen.

Welche Gefahren drohen durch Strom?

Welche Gefahren drohen durch Strom in feuchten Räumen? Schalten Sie den Strom in überschwemmten und ausgepumpten Gebäuden sowie in sonstigen feuchten Räumen nicht einfach wieder ein! Es besteht eine erhebliche Gefahr von Stromschlägen und Kurzschlüssen.

Das gleiche gilt, wenn Sie elektrische Geräte, die der Wassereinwirkung ausgesetzt waren, wieder in Betrieb nehmen. Wir empfehlen dringend, elektrische Anlagen und Geräte durch eine Elektrofachkraft überprüfen zu lassen! Nehmen Sie Ihre Heizung erst nach der Inspektion durch einen Fachmann in Betrieb.

Gemüse aus dem überschwemmten Garten essen?

Wir raten vom Verzehr von Gemüse aus überschwemmten Bereichen ab. Obst, Gemüse, Salat sind aus Vorsorgegründen nicht mehr zum Verzehr geeignet und sollten mit dem Restmüll entsorgt werden. In Zweifelsfällen wenden Sie sich bitte an Ihre Kreisverwaltungsbehörde (Landratsamt bzw. kreisfreie Stadt), wo Sie kostenlos beraten werden.
Auskünfte erteilen auch die Verbraucherberatungsstellen. Bei gewerblich oder landwirtschaftlich genutzten Flächen stehen die örtlichen Behörden beratend zur Seite. Sie können den Boden Ihres Gartens aber wieder bepflanzen, sobald kein Ölgeruch mehr wahrzunehmen ist.

Kommen nach dem Hochwasser die Mücken?

Das ablaufende Hochwasser und das zurückgehende Grundwasser lassen in den Überschwemmungsflächen der Flüsse stark vernässte Flächen mit vielen Pfützen und Tümpeln zurück. Herrschen in dieser Zeit sommerliche Temperaturen, so entwickeln sich darin in wenigen Tagen Stechmücken, die zwar die Gesundheit der Bewohner nahegelegener Siedlungen nicht gefährden, sie aber durch ihre außergewöhnlich hohe Zahl doch sehr belästigen können. Nur die Mückenweibchen, die für die Entwicklung ihrer Eier auf Blut angewiesen sind, stechen Warmblüter.

Um eine Belästigung in den Wohnungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, als völlig harmloses Mittel Mückengaze oder -gitter (z.B. von Baumärkten) vor den Fenster- und Türöffnungen anzubringen. Die Insekten können damit praktisch vollständig aus den Wohnräumen ferngehalten werden.
Besonders in den Dämmerungsstunden ist es ratsam, sich in den Überschwemmungsflächen und den angrenzenden Wohngebieten nur so lang wie nötig im Freien aufzuhalten. Lange Bekleidung mindern die Erfolgschancen der Stechmücken. Zusätzlich sind an unbedeckten Körperteilen Mückenabwehrstoffe zum Einreiben oder Sprühen hilfreich.

Im Hochwassergebiet Trinkwasser konsumieren?

Das Hochwasser kann bei einzelnen Versorgungsanlagen das Trinkwasser beeinträchtigen. Chlorung: Bei manchen Trinkwasseranlagen wird deshalb zur Abwehr von möglichen Gesundheitsgefahren das Wasser gechlort. Damit werden Krankheitserreger abgetötet, die durch das Hochwasser u.U. in das Trinkwasser gelangt sein können. Diese Chlorung ist gesundheitlich völlig unbedenklich, es verursacht lediglich eine leichte Geruchs- oder Geschmacksbeeinträchtigung.

Trinkwasserverbot und Abkochanordnung: Wenn eine Chlorung nicht ausreicht (oder aus technischen Gründen unmöglich ist), um den bei uns vorgeschriebenen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten, kann es erforderlich werden, das Trinken von Trinkwasser zu verbieten und anzuordnen, daß Wasser nur im abgekochten Zustand getrunken werden darf. Über die Notwendigkeit des Abkochens werden die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in geeigneter Weise (z.B. über den Rundfunk) informiert.
Trinkwasser darf erst dann wieder getrunken werden, wenn Trinkwasserverbot und Abkochanordnung aufgehoben wurden. In der Zwischenzeit sollte Mineralwasser oder Wasser aus einer anderen freigegebenen Zapfstelle verwendet werden. In Zweifelsfällen rufen Sie bitte Ihr zuständiges Wasserwerk an, gegebenenfalls die Gemeinde. Auch die Gesundheitsabteilung am Landratsamt bzw. der kreisfreien Stadt gibt Ihnen Auskunft.

Wohin mit Ölverseuchten Hausabfällen?

Nach der Überschwemmung können Fußbodenbeläge, Holzverkleidungen, Estrich, Putz und andere saugfähige Bauteile sowie Hausrat durch Öl belastet sein. Sie können in der Regel als Sperrmüll entsorgt werden. Weitere Auskünfte kann Ihnen der Abfallberater des Landratsamtes bzw. der kreisfreien Stadt oder Gemeinde erteilen.

Wohin mit belastetem Heu, Gras oder Treibholz?

Sie können dieses belastete Material verbrennen, sollten vorher aber die Feuerwehr informieren und möglichst wenige Brandherde schaffen. Eine dringende Bitte: Verbrennen Sie das Material erst, wenn es trocken ist!
Um Bränden vorzubeugen, sollte das Feuer sorgfältig kontrolliert, Sicherheitsabstände beachtet und eine Verbrennung bei starkem Wind vermieden werden. Trockenes Treibholz sollte gehäckselt oder gesammelt verbrannt werden. Diese Maßnahmen gelten nur für eine Übergangszeit im Katastrophenfall. Für weitere Auskünfte steht Ihnen der Abfallberater Ihres Landkreises, Ihrer Stadt oder Gemeinde zur Verfügung.

Quelle

In Melnik am Zusammenfluss von Elbe und Moldau stehe das Wasser nur noch 60 Zentimeter unter der Deichkrone, wie das Tschechische Fernsehen berichtete. In der Industriestadt Usti (Aussig) ordneten die Behörden die Evakuierung von weiteren Wohngebieten mit rund 2000 Einwohnern an. Dort werde am Mittwoch ein Pegelstand erwartet, der nur einen knappen Meter unter dem des „Jahrhunderthochwassers“ von 2002 liegen dürfte. In fast allen Regionen Tschechiens gilt seit Sonntag der Notstand. In der Sächsischen Schweiz wurden die Orte Schmilka und Postelwitz evakuiert. Viele Hotels in Flussnähe mussten schließen.

Entlang der Elbe droht in Niedersachsen zum Wochenende ein Rekord-Hochwasser. Die Wasserstände könnten noch die von 2002 und 2011 übersteigen, befürchten die Behörden. „Man kann noch nicht genau sagen, an welchem Tag das Hochwasser Niedersachsen erreicht. Und es ist auch noch nicht klar, wann der höchste Stand zu erwarten sein wird“, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover. In Hitzacker im Kreis Lüchow-Dannenberg könnte der Pegelstand am Montag 80 Zentimeter über dem von 2011 liegen, warnte der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz am Dienstag. Im Kreis Lüneburg dürften die Wasserstände für die höchste Alarmstufe bereits am Freitag überschritten werden.

Die anschwellende Elbe drängt auch in die Altstadt der sächsischen Stadt Pirna. In flussnahen Gebieten musste in der Nacht der Strom abgeschaltet werden. Bewohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. „Es gab aber keine Zwangsevakuierungen“, sagte Stadtsprecher Thomas Gockel am Dienstag. Notquartiere stünden bereit. Die Anlegestelle und erste Straßen hinter dem Bahndamm stünden im Wasser. Das elbaufwärts liegende Obervogelgesang sei komplett überspült, dort kämen die Bewohner nur noch über Notwege in ihre Häuser. „Und der Scheitel ist noch nicht erreicht.“ In Dresden wurde bereits die erste Elbbrücke gesperrt.

Kommentare (6)

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www_wissensmanufaktur_net

04.06.2013, 11:13 Uhr

Ich habe im Internet gelesen, dass man mit "Haarp" das Wetter manipulieren kann.

Kann einer was zu "Haarp" sagen?

Wie funktioniert "Haarp"?

Account gelöscht!

04.06.2013, 11:39 Uhr

Lesen Sie Wikipedia. Ist immer noch die neutralste Quelle im Internet.

Dissident

04.06.2013, 12:15 Uhr

Wikipedia ist keine gute Idee, wird auch manipuliert!!

Suchen Sie besser im Netz ( youtube ) nach:

"Werner Altnickel" ( Ehemaliger Greenpeace Aktivist ) er hat viel Wissen über Haarp angesammelt.

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