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29.10.2011

16:06 Uhr

Hochwasser in Thailand

Bangkoks Stadtzentrum bleibt vorerst trocken

VonUrs Wälterlin

Hunderttausende Bewohner von Bangkok können sich nur mit Booten und Schwimmhilfen fortbewegen, große Teile im Nordwesten der Stadt wurden überflutet. Im Zentrum halten die Dämme den Wassermassen stand - zumindest noch.

Durchhalten gegen die Flut

Video: Durchhalten gegen die Flut

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BangkokIn der thailändischen Hauptstadt Bangkok spitzte sich die Flutsituation am Samstag erneut zu. Grosse Teile im Norden und Westen der 12-Millionen-Metropole stehen bis zu zwei Meter tief unter Wasser. Dagegen wurde der Geschäftsbereich der Innenstadt bisher von großflächigen Überflutungen verschont. Ein Anstieg des Pegels des Chao-Praya-Flusses am Samstagmorgen führte zwar in einigen Bereichen der Innenstadt zu zeitweisen Überschwemmungen. Das Wasser floss allerdings rasch wieder ab.

Für die Bewohner der Bezirke im Norden Westen und Osten der Stadt verschlechterte sich die Situation in der Nacht auf Samstag signifikant. Grosse Teile der Bezirke Bang Len, Sai Noi, Lat Lum Kaeo und Sam Khok können nur mit dem Boot erreicht werden. Die Fabrikarbeiterin Da, die im Norden der Stadt ihre Schwester besuchte, musste „in einem Ruderboot hochpaddeln, wo vor ein paar Tagen noch die Lastwagen fuhren“, wie sie gegenüber Handelsblatt  Online meinte.

Zehntausende von Häusern und Wohnungen sind überschwemmt. Alte Menschen und Behinderte mussten zum Teil von Fremden vor dem Ertrinkungstod gerettet werden. Unzählige Fabriken und Kleingewerbebetriebe stehen bis zu zwei Meter unter Wasser. Berichte über Ertrunkene häufen sich. Obwohl im Schmutzwasser Krankheitserreger endemisch sind und die Gefahr von Schlangenbissen und Krokodilangriffen besteht, spielen vielerorts Kinder in den Fluten.

In den besonders betroffenen Gebieten wurde am Samstag Kritik laut, die Behörden hätten zu viel Wasser durch die nördlichen Stadtteile ablaufen lassen, um den City-Bereich zu schonen. Tatsächlich sind die Geschäftsbereiche in den Distrikten Watthana, Din Daeng und Phaya Thai durch abschnittweise drei Meter hohe Dämme geschützt. Den Geschäftsbezirk von Wasser frei zu halten, ist für Thailand von entscheidender Bedeutung: über 40 % des Bruttoinlandproduktes werden im Zentrum von Bangkok erwirtschaftet. Die Regierung ist seit Tagen daran, mit wachsender Verzweiflung nach Lösungen für die Katastrophe zu suchen. Am Freitag holte sich Premierministerin Yingluck Shinawatra von Anwohnern einer Strasse persönlich die Einwilligung, den wichtigen Verbindungsweg aufzureißen und in einen Abflusskanal zu verwandeln.

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