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31.03.2006

22:51 Uhr

Hochwasserscheitel in Sicht

Katastrophenalarm für Teile Dresdens

Das Hochwasser der Elbe nähert sich in Sachsen langsam seinem Höhepunkt. Die Landeshochwasserzentrale sagte für Sonntag einen Maximalwert von 7,60 Meter in Dresden voraus. Der Rekordwert aus dem Jahr 2002 betrug 9,40 Meter.

Helfer transportieren Sandsäcke entlang des Terassenufers der historischen Altstadt von Dresden. Foto: AP

Helfer transportieren Sandsäcke entlang des Terassenufers der historischen Altstadt von Dresden. Foto: AP

HB DRESDEN. Das Wasser stieg am Freitag im Schnitt um zwei Zentimeter. Für Teile Dresdens wurde am Abend Katastrophenalarm ausgerufen. Dort standen ufernahe Grundstücke bereits unter Wasser. Katastrophenstäbe entlang der Elbe bereiteten weitere Evakuierungen und Notquartiere vor.

Im Dresdner Stadtteil Gohlis wurden am Freitagabend Evakuierungen notwendig, weil ein Damm überzulaufen drohte. Die Stadt setzte darauf, dass die betroffenen rund 380 Menschen ihre Häuser freiwillig verlassen. In Pirna wurde am Abend damit begonnen, die Uferbefestigungen der in die Elbe mündenden Gottleuba zu verstärken, um ein weiteres Eindringen von Wasser in die Altstadt durch Rückstau zu verhindern.

In Dresden und Pirna wurden Elbbrücken gesperrt. In Dresden kann das „Blaue Wunder“ - sonst eine Hauptverkehrsader - nur noch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. In Pirna darf die alte Elbbrücke nur noch von Einsatzkräften und Rettungsfahrzeugen befahren werden. Zudem rief der Katastrophenstab des Landkreises Sächsische Schweiz für den Ort Heidenau Katastrophenvoralarm aus. Die Zahl der Hilfskräfte in diesem Landkreis wurde von rund 260 auf 460 erhöht, darunter sind nun auch Bundespolizisten. Katastrophenvoralarm herrschte auch im Landkreis Torgau-Oschatz. In Pillnitz evakuierte der Malteser Hilfsdienst ein Altenpflegeheim mit rund 100 Bewohnern.

„Wir erwarten einen sehr lang gestreckten Scheitel der Elbe“, sagte der Chef der Hochwasserzentrale, Uwe Höhne. Von Montagabend an soll es fallende Pegelstände geben. Nach den Erfahrungen des Jahrhunderthochwassers im August 2002 rechnen die Experten damit, dass der Wasserstand um einen Meter pro Tag sinkt.

Höhne zufolge hat sich die Schneeschmelze im Einzugsgebiet der Elbe verlangsamt. Zudem habe es weniger geregnet als zunächst befürchtet. Am Freitagabend (19.00 Uhr) wurde am Pegel Schöna ein Wert von 8,27 Meter gemessen, damit stieg das Wasser innerhalb von vier Stunden um 7 Zentimeter. In Dresden waren es am Abend 7,14 Meter (plus 5 Zentimeter). Normal sind 2 Meter. An beiden Pegeln war damit die Alarmstufe 4 erreicht.

Abgesehen von der Elbe galten am Freitag noch Hochwasserwarnungen für die Nebenflüsse der oberen Elbe sowie für Schwarze Elster, Mulde, Weiße Elster und Lausitzer Neiße. Am Pegel der Zschopau in der Talsperre Kriebstein galt Alarmstufe 3.

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