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16.01.2007

15:12 Uhr

Hollywoods heimliche Helfer

Tesafilm fürs üppige Dekolleté

Perfekt geformte Körper, makellose Haut - wenn Hollywood die roten Teppiche ausrollt, zeigt sich die Prominenz von ihrer schönsten Seite. Doch bevor Stars und Sternchen in betörenden Abendkleidern vor die Kameras drängen, machen Hollywoods Stylisten Überstunden.

ap LOS ANGELES. : Mit Ganzkörperkorsetts, Kunsthaar und Brustwarzenkappen aus Silikon sorgen die heimlichen Helfer der scheinbar Schönsten für perfekte Fassaden. Vier von ihnen verraten, wie bei der Verleihung der Golden Globes und Oscars in Hollywood getrickst wird.

Viel nackte Haut braucht viel Make-up: Mit körperbetonenden Farbsprays sorgt der Airbrush-Künstler Jimmy Coco nicht nur für attraktive Bräunung, sondern auch für eine Extraportion Muskeln. „Wenn sie nicht ins Fitness-Studio gegangen sind, kann ich es so aussehen lassen, als ob sie gegangen wären“, sagt Coco. „Ich verschaffe ihnen einen gleichmäßigen Glanz und radiere ein wenig, wo der Muskel ist.“

In der zweiten Schicht sorgt körperformende Unterwäsche für die gewünschten Kurven. „Sie geht von der Brust bis über das Knie“, erklärt Prominenten-Stylistin Inge Fonteyne. „Das presst all deine Schönheitsfehler weg, die du glätten willst.“ Die Garnituren „befreien Frauen von Hüftspeck, Rettungsringen und Zellulitis“, bewirbt ein Hersteller seine überaus gefragten Produkte.

Vollbusige Schönheiten, die rückenfreie Garderobe tragen und deshalb auf herkömmliche Büstenhalter verzichten wollen, greifen außerdem zu selbstklebenden Brustkörbchen aus Silikon. Einzeln über den Busen gestülpt sorgen sie für bügellose Stabilität. Wer weniger gut ausgestattet ist, hilft mit Silikonkissen nach. Soll dagegen ganz auf einen BH verzichtet werden, können Brustwarzen unter Silikonkäppchen versteckt werden, um intime Konturen zu vermeiden.

Doch nicht immer versorgte die Schönheitsindustrie die Prominenz mit komfortablen Beauty-Produkten aus High-Tech-Materialien. „Wir befestigten Wattebällchen mit Klebeband an unseren Kunden“, erinnert sich der Stylist Estee Stanley an vergangene Zeiten. Prominenten-Stylistin Fonteyne erzählt, sie habe das Klebeband einfach direkt auf die Brustwarzen einer Klientin geklebt - „definitiv der schmerzhafteste and verrückteste Trick“.

Klebeband fürs Dekolleté

Ohnehin ist Klebeband eines der wichtigsten Werkzeuge der Stylisten. Mehr Dekolleté gewünscht? Ein kräftiges Stück Verbands- oder Isolierklebeband, unter den Brüsten entlanggeführt, wirkt Wunder. Doppelseitiges Klebeband hält außerdem Spaghettiträger am richtigen Platz, locker sitzende Kleider eng auf der Haut und verhindert bei gewagten Ausschnitten skandalöse Einblicke.

Bleibt nur das Problem mit dem Schweiß: „Auf einem Seidenkleid macht alles, was du berührst, einen Fleck“, sagt Fonteyne. „Ein Tropfen verteilt sich, als ob du einen Ozean unter deinem Arm hättest.“ Wer dennoch nicht auf enge Outfits zu verzichten will, kann zur Spritze greifen: Das Anti-Faltenmittel Botox sorgt für eine zeitlich begrenzte Lähmung der Schweißdrüsen - die Achseln bleiben trocken. Auch andere Mittel versprechen, die unbeliebten Poren zu entfeuchten. Wie gut sie wirken, verraten die Kameras.

Auch beim Haar helfen Stars und Sternchen kräftig nach. Kaum eine der üppigen Mähnen auf den roten Teppichen Hollywoods ist echt: „Prominente besorgen sich wie verrückt Extensions während der Oscar-Saison, weil sie dickeres Haar wollen“, sagt Hollywood-Friseur Michael Shaun Corby. Die Schnellvariante sind „Haare für einen Tag“ - anklemmbares Zusatzhaar, dass nach dem großen Auftritt der Leinwandprominenz einfach abgenommen werden kann. „Von den Zehennägeln bis zu den Haarspitzen lassen sie an jedem Zentimeter ihres Körpers etwas machen“, sagt Corby über seine Kundinnen. „Sie können ja nicht immer großartig aussehen.“

Männer haben es einfacher: Die meisten Tricks spielen für sie keine Rolle. Nur ums Make-up kümmern sich in Hollywood auch die Herren, sagt Stylist Coco. Ob bei Schauspielern wie dem „sexiest man alive“ George Clooney jemand nach aufgesprühten Muskeln schaut, ist dagegen fraglich.

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